26.08.2021
Freie Wähler informieren sich über Bestattungsmöglichkeiten

Als Friedhofsbeauftragte der Stadt Plattling liegen die Belange von Hinterbliebenen Monika Beham sehr am Herzen. Die Plattlinger und Pielweichser Friedhöfe, die von den zuständigen Mitarbeitern bestens gepflegt werden, sind ihr ein großes Anliegen. Weiß sie doch aus vielen Gesprächen, dass die Friedhofskultur ein wichtiger Punkt im Leben der Angehörigen eines Verstorbenen ist. Ihr wurde dabei auch immer wieder die Problematik zugetragen, dass "keiner mehr da ist, um sich später mal um das Grab zu kümmern." Diese Sorge von älteren Menschen, deren Kinder nicht mehr im Ort leben, nimmt immer mehr Raum ein. "Viele Leute haben zwar Angehörige, die wohnen jedoch oft weiter weg.", weiß Beham zu berichten. Um zunehmend Leerstand auf den Friedhöfen zu verhindern müsse man neue Wege gehen, den Angehörigen gute Alternativen anbieten, ist sie sich sicher. So möchten auch die Kinder oder Enkel, die nicht jede Woche das Grab besuchen können, in der Regel doch einen Ort auf dem Friedhof haben, zu dem sie zu bestimmten Anlässen zurückkehren können, um ihren Verstorbenen nahe zu sein. "Die FW-Fraktion befand dieses Thema schon lange Zeit als sehr wichtig.", so Reinhard Leuschner. Er setzte sich aus diesem Grund mit dem Bürgermeister des Markts Metten, Andreas Moser, in Verbindung, um seinen Fraktionsmitgliedern die Mögllichkeit zu geben sich über etwaige Alternativen der Bestattung zu informieren. Er, Heidi Koschollek und Monika Behm wurden am Dienstag am frühen Abend von Moser und der Verwaltungsangestellten Eva Piendl über das Friedhofsgelände geführt. Auführlich, sachlich kompetent und mit viel Engagement zeigten Moser und Piendl neue Möglichkeiten auf, die die Plattlinger sehr interessierten. So fand der sog. "amerikanische Friedhof" großen Anklang, auf dem nur kleine Grabsteine aus Granit stehen, die mit den Daten der Verstorbenen versehen sind. "Hier gibt es ganz klare Vorgaben in der Friedhofssatzung zu Grabsteinen, Abständen und dem Aufstellen von Kerzen.", so der Mettener Bürgermeister. "Dies ist eine wunderbare Alternative zu den herkömmlichen Gräbern. Die Angehörigen haben die Möglichkeit vor dem Grabstein zu beten, ihrer Angehörigen zu gedenken und haben keine Verpflichtung zur Pflege eines Grabes," so Monika Beham. Dies könnte eine Möglichkeit für die Zukunft sein. Piendl erklärte die verschiedenen Vorgaben über Liegezeiten, Tiefe der Bestattung usw. Auch die Möglichkeit einer Baumbestattung gibt es in Metten. Dies interessierte Beham, Koschollek und Leuschner in besonderem Maße. Gibt es doch immer wieder auch von Plattlinger Bürgern dazu Anfragen. Auf einem Stein im Bereich der Baumbestattung sind Plaketten mit den Namen der Verstorbenen angebracht. "Dies kann - muss aber nicht sein. Die Verstorbenen können hier auf Wunsch auch anonym bestattet werden." erklärte Andreas Moser. Nach wie vor sind natürlich auch die herkömmlichen Gräber von großer Bedeutung. Doch auch hier bietet der Martk Metten für die Hinterbliebenen eine Alternative, wenn ihnen die Grabpflege zu viel und zu anstrengend wird. So kann z.B. nur der Grabstein stehen gelassen werden. Das sog. Gärtchen davor, mit der Einfriedung, kann aufgegeben werden. Die Angehörigen müssen jedoch weiter die Grabgebühren bezahlen. Auf die Nachfrage der Freien Wähler Delegation aus Plattling, was zur Zeit bei den Mettnern am meisten gefragt ist, kam von Moser und Piendl ganz schnell die Antwort. "Der amerikanische Friedhof". Da diese Grabstellen schon alle vergeben sind, wird Metten in Zukunft noch eine weitere ähnliche Möglichkeit anbieten, die für die Hinterbliebenen sogar noch günstiger ist. Sogenannte "Grabkissen",  keilförmige Steine auf denen die Daten der Verstorbenen stehen, werden in naher Zukunft ebenfalls in einem Teil des Mettener Friedhofs zu finden sein. Monika Beham, Heidi Koschollek und Reinhard Leuschner waren von der Vielfalt der Möglichkeiten in Metten beeindruckt, denn natürlich gibt es auch Urnenwände und Urnengräber. Mit viel Hintergrundwissen versehen verabschiedete sich die Plattlinger Delegation. "Mit Sicherheit können wir unsere Eindrücke auch für Plattling nutzen.", so Koschollek und Beham. Sie bedankten sich bei Reinhard Leuschner, dass er diesen Termin ermöglich hatte und bei Bürgermeister Moser und Eva Piendl für den interessanten Austausch.