23.02.2022
„Freie Wähler - Bayerns starke Frauen“

Zu Beginn übermittelte Andrea Einhellig Grüße von Liane Sedlmeier, der Osterhofener
Bürgermeisterin. Danach ging die Vorsitzende des Kreisverbandes in ihrer Rede auf ihre vielfältigen
Begegnungen im Landkreis während ihres Wahlkampfes ein. Dabei habe sie viele politisch engagierte
und interessierte Frauen kennengelernt. “Dieses Potential muss weiter erhalten werden. Man muss
es aufbauen und fördern.“ Leider habe Corona dazu beigetragen, dass die Kontakte ziemlich
abgebrochen sind. Einhelligs Ziel ist es, Stammtische wie den heutigen zu forcieren um die Themen
von Frauen in diesen Runden zu besprechen. „Heute ermuntere ich Sie dazu, Ihre Erwartungen an die
Landesregierung zu formulieren. Was bewegt sie vor Ort?“ so Andrea Einhellig. Sie wünschte zum
heutigen Verlauf gute Gespräche. Zum Abschied wandte sie sich noch an die Anwesenden des
Ortsverbandes Plattling: „In Hengersberg haben wir euren Vorschlag im Plattlinger Stadtrat, einer
Kunsteisbahn aufgegriffen. Voraussichtlich plant der Markt Hengersberg dies mit 200.000 € in den
Haushaltsplan ein.“ Einhelligs Wunsch besteht natürlich darin, dass dieses Projekt umgesetzt werden
kann. Sie bedankte sich für die gute Vorarbeit und wünscht den Plattlingern alles Gute, um die Idee
der Kunsteisbahn auch hier umzusetzen. Die drei anwesenden Plattlinger FW-Stadträt*innen
Koschollek, Fisch und Beham werden hier auf jeden Fall am Ball bleiben!
Heidi Koschollek dankte Einhellig für ihre einführenden Worte. Sie überbrachte auch noch Grüße von
Andreas Möschl, dem ersten Vorsitzenden der FW-Plattling. Koschollek, als Organisatorin dieses
Treffens, meinte in ihrer Rede: „Es ist mir eine Herzensangelegenheit, dass Frauen sich vernetzen.
Dieses Treffen sehe ich als Chance für alle politisch interessierten Frauen, bei einem politischen
Frühschoppen in Austausch zu treten.“ Damit übergab sie das Wort an Kerstin Haimerl-Kunze. Die
Bundesvorsitzende warf gleich am Anfang ihrer Rede in die Runde: „In der Kommunalpolitik kann
man noch eine hohe Anzahl von aktiven Frauen registrieren, je weiter es jedoch in der Politik nach
oben geht, also bis in die Bundesebene, desto weniger Frauen in Ämtern wird man finden.“ Im
weiteren Verlauf gab die Bundes- und Landesvorsitzende einen kurzen Einblick im politischen
Werdegang der FREIEN WÄHLER Frauen. Besonders hob sie dabei die offizielle Gründung der Freien
Wähler Frauen Bayern im Jahr 2018 hervor. „Vernetzung ist wichtig!“, so auch ihr Kernsatz. Nach und
nach kamen bei den FREIEN WÄHLER Frauen neue Regionen dazu. Niederbayern war bis vor einigen
Jahren „eher dürftig vertreten“. Doch plötzlich überschlugen sich in den letzten Jahren Meldungen
von Aktionen der politischen Frauen in Niederbayern. Deshalb war es ihr ein Anliegen, zu diesen
äußerst aktiven Frauen Kontakte aufzubauen. Sie machte in ihrer weiteren Rede einen Abstecher in
die Historie. So war es noch vor einigen Jahren üblich, dass die meisten Frauen gerade in Bezug auf
den politischen Bereich eher „hinter der Bühne“ gearbeitet hätten. „Frauen, raus aus der
Komfortzone!“, so ihr Appell an die Anwesenden. Sie erwähnte mit großer Wertschätzung die Rolle
der Frauen während der Pandemie. Hier waren vor allem die Frauen mehrfach belastet. Es wurde
sehr schnell erkannt, welch hohen Wert die Arbeit der weiblichen Arbeitnehmerinnen habe. Der
Großteil der „systemrelevanten Berufe“ ist von Frauen besetzt, sei es in der Pflege, in den Kitas und
im Grundschulbereich. Allein im Pflegesektor seien 80 % der Arbeitnehmer weiblich. Und der Anteil
der Frauen, die die „Läden am Laufen halten“ sei ebenfalls überproportional hoch. Zu diesen
wichtigen Aufgaben im Beruf mussten viele Frauen den Alltag mit den eigenen Kindern managen.
„Die sog. „Carearbeit“ verbleibt nach wie vor größtenteils bei den Frauen.“
Hier warf Monika Beham ein, dass gerade dies ein großes Problem darstellt. Leider sei es noch immer
so, dass meist nur die Frauen den Anspruch auf freie Tage bei Erkrankung eines Kindes einfordern,
obwohl Männer rechtlich gesehen auch die erforderlichen Tage beim erkrankten Kind zu Hause
bleiben könnten. „Von Gleichberechtigung sind wir noch ganz weit entfernt. Für Arbeitgeber, die
vorwiegend Frauen eingestellt haben, kann es sehr schwierig werden, ihren Betrieb am Laufen zu
halten, wenn eben immer nur Frauen diese Tage in Anspruch nehmen.“ Hier wäre eine gerechte
Aufteilung wünschenswert, die aber erst einmal in den Köpfen der Menschen ankommen muss, so
die Kommunalpolitikerin
Haimerl-Kunze äußerte sich in ihrer weiteren Rede kritisch zu Minijobs, warnte Frauen vor der
Steuerklasse 5 hinsichtlich der Rentenansprüche und erwarte von den Schulen mehr Fächer mit
Alltagsbezug. Die FREIEN Wähler Frauen setzen sich für die Umwandlung von Minijob in eine
sozialversicherungspflichtige Arbeitsstelle ein. Ebenfalls machen sich die FREIEN WÄHLER Frauen
stark für angemessene Bezahlung für Frauen um aus dem Niedriglohnsektor herauszukommen. „Dies
müsse doch auch für die regionale Wirtschaft ein Anliegen sein. „Wenn Frauen nur wenig Geld
verdienen, dann kann ich nicht erwarten, dass im hochpreisigen Sektor von Bio oder Regional
eingekauft wird. Die Frauen gehen in die großen Supermarktketten, weil sie billiger einkaufen
müssen!“
Das Genderthema bedeutet für sie eine Gleichstellung aller Menschen, womit sie bei den
Anwesenden auf großen Zuspruch stieß. „Politisch engagierte Frauen werden oft als Feministinnen
Club abgetan.“ Sie zeigte anhand von Kamala Harris, Vizepräsidentin der USA, auf, wie wichtig das
Auftreten einer Frau auch in der Weltpolitik ist und sieht darin ein Vorbild für viele andere Frauen.
Haimerl-Kunze wünscht sich mehr Selbstbewusstsein bei den Frauen. „Die weibliche Sicht ist
notwendig“, so die Rednerin. „Es ist ein Fakt, dass die Ergebnisse von Arbeit wesentlich besser,
fortschrittlicher und effektiver sind, wenn Diversität gegeben ist.“
Noch einmal forderte sie im letzten Abschnitt ihrer Rede die anwesenden Frauen auf, sich zu
vernetzen. „Durch Vernetzung wird Wissen erweitert, das dann wieder in die Kommune eingebracht
werden kann.“, so ihr Plädoyer.
Im Anschluss konnten die Anwesenden Fragen einbringen, die die Bundesvorsitzende versprach in
die Gremien mitzunehmen. Maria Somann aus Außernzell, die bei der letzten Wahl als
Bürgermeisterkandidatin in ihrer Heimatgemeinde angetreten war, lag besonders die Pflege am
Herzen. Sie gab einen Ausblick auf die Probleme, die in den nächsten Jahren auf uns zukommen
werden. Hier lag ihr besonders die einrichtungsbezogene Impfpflicht am Herzen. „Wenn die
umgesetzt wird, dann fehlen uns noch mehr Leute.“, so ihre deutliche Sorge. Der Umgang mit
Medien war ein Thema, das ebenfalls in der Runde diskutiert wurde. Beham war es ein Anliegen,
dass man die Journalisten fair behandelt. „Der ganz große Teil arbeitet gewissenhaft und recherchiert
sorgfältig.“ Es sei jedoch manchmal schwierig für diejenigen, die objektiv berichten, wenn dies nicht
konform mit der vorherrschenden Meinung sei.
Als nächste Rednerin stellte sich Katharina Schweigard aus Mainburg, Bezirkssprecherin für die
jungen Frauen in Niederbayern vor. Sie ist mit 26 Jahren die jüngste Frau im Stadtrat in Mainburg, ist
Lehrerin. Außerdem ist sie Kulturreferentin und die Schriftführerin in ihrem Kreisverband der Freien
Wähler. Sie steht für Aufschwung in der Aufbauarbeit. „Das politische Engagement muss der Jugend
heutzutage anders vermittelt werden!“. Warum ist sie so früh politisch aktiv geworden, wurde sie
gefragt. „Wenn einen was stört, dann hat man so die Möglichkeit, etwas zu verändern. Nicht nur
schimpfen, sondern auch machen.“, so ihr Credo. Sie sprach die zunehmend wichtige Rolle von
sozialen Medien für den Austausch und die Vernetzung an.
Stefan Achatz, der mit seiner Frau und seinem Töchterchen Sophia zum heutigen Treffen gekommen
war, ist seit 2014 Bürgermeister von Bernried und seit 2021 Kreisvorsitzender der Freien Wähler. Er
bedankte sich bei Schweigard für die „erfrischende Rede“ die ihm sehr gut gefallen habe! „Die
Jugendarbeit braucht einen Schub! Wir brauchen Leute, die aktiv sind und sich mit politischen
Themen beschäftigen.“ Auch er sieht das Thema Frauen in der Politik als große Aufgabe an. Frauen
in der Vorstandschaft, Frauen in Führungsgremien bringe viele Vorteile und einen Mehrwert. Frauen
bringen eine andere Sichtweise und einen anderen Blickwinkel in viele Themen. So können Aufgaben
und Probleme anders gelöst werden. Hier sieht er eine große Chance in einem Ansatz, der 2026 eine
Veränderung des Frauenanteils in den Führungsbereichen bringen soll. Zum Thema
Gleichberechtigung merkte Achatz an: „Ich kenn`s von daheim nicht anders! Nur wenn man
zusammenarbeitet klappt`s.“ Nach seinen Abschlussworten: „Ich setze schwer auf Euch und
wünsche Euch, dass noch viele solcher Treffen stattfinden werden!“ erntete er großen Beifall.
Heidi Koscholleks Resümee dieses Sonntags war durchwegs positiv. „Wir sind auf einem guten Weg,
die Rolle der Frauen in der Politik zu stärken!“.