20.10.2019
Freie Wähler Plattling nominierten ihn zu ihrem Bürgermeisterkandidaten: Stefan Fisch macht es für die Freien Wähler

Seit Donnerstagabend ist es fix: Die Feien Wähler Plattlings haben den Realschullehrer Stefan Fisch zu ihrem Bürgermeisterkandidaten ernannt. Ort des Geschehens war die Liesl-Stube im Gasthaus Preysinghof.

Gegenkandidaten hatte Fisch nicht. Die Wahlleitung lag in Händen von FW-Bezirksvorsitzenden Heinrich Schmidt, der Fisch auch als Erster gratulierte. Von 16 Wahlberechtigten sprachen sich 15 für den Kandidaten aus. FW-Fraktionschef im Stadtrat Karl-Heinz Astner sagte nach der Wahl: "Ich bin stolz, wieder einen meiner Schüler zu sehen, der nach den Sternen greift." Er erinnerte daran, dass neben Landrat Christian Bernreiter auch Umweltstaatssekretär Florian Pronold zu seinen Schülern zählte. Stefan Fisch rief er zu: "Du musst Bürgermeister werden. Die anderen kochen auch nur mit Wasser. Diesmal kappen wir deren Mehrheit." Damit herrschte beste Laune in der Liesl-Stube.

Das liegt ihm am Herzen

Stefan Fisch ging in seiner Vorstellungsrede bereits auf einige Plattlinger Belange ein, die ihm am Herzen liegen und für die er sich voll einsetzen will. "So wird zum Beispiel in Plattling rege gebaut, aber es ist kein Platz mehr für die Ansiedling neuer Betriebe", stellte er fest und bemängelte: "In den letzten Jahren ist es versäumt worden, dringend benötigte Gewerbegebiete- und Flächen auszuweisen. Auch wenn es der Stadt allem Anschein nach gelang, einen sogenannten Globalplayer nach Plattling zu holen, dürfen wir darüber den Mittelstand mit seinen Betrieben und Beschäftigten nicht vergessen, die sich ebenfalls in der Isarstadt ansiedeln wollen oder ihre bestehenden Firmen erweitern wollen. Als neuer Bürgermeister", so versprach Fisch, "werde ich mich dafür einsetzen, dass auch der Mittelstand die gleiche Unterstützung und Wertschätzung erhält, die man großen Betrieben zukommen lässt."
Mittelstand

Auf immer wiederkehrende Konjunkturschwankungen eingehend erinnerte Fisch daran, dass der Mittelstand das Rückgrat der Wirtschaft sei und dass dieser auch bei schwächerer Konjunktur für sichere Arbeitsplätze stehe. "Da werden nicht, wie kürzlich erst bei einem Großkonzern geschehen, mit einen Federstrich 150 Arbeitsplätze abgebaut", stellte der Bürgermeisterkandidat klar, der sich auch für den Traum junger Familien einsetzen will, in der nächsten Legislaturperiode ein Eigenheim erwerben zu können. "Deshalb", so Fisch, "müssen wir darauf achten, dass wir, insofern noch möglich, weitere Baugebiete erschließen und die Kosten für neue Baugrundstücke möglichst niedrig halten."

Wichtig ist es Fisch, dass durch soziale Maßnahmen einmal keine Familien in Nachbargemeinden abwandern, weil dies gravierende Auswirkungen auf das Vereinsleben und die ehrenamtlichen Tätigkeiten in der Isarstadt haben wird, weil dann viele junge Leute fehlen werden. Wegen des Mangels an geeigneten Flächen für neue Baugebiete schlug Fisch alternativ die Innenstadtverdichtung vor, die in den letzten Jahren nicht ausreichend ausgeschöpft worden sei, obwohl die Freien Wähler diese, schon seit 2015 gefordert hätten.

"Zudem", so der auf den Chefsessel im Rathaus spekulierende Kandidat, "wäre ein weiterer Ansatz, um an neue Flächen zu kommen, die Neubewertung alter Bebauungs- und Flächennutzungspläne wie zum Beispiel der von Leitenmoos. Generell ist zu sagen", so Fisch, "dass die Schwerpunkte der Stadtentwicklung anders gesetzt werden müssen." Damit sprach er die sich aus der Fertigstellung der Ostumgehung ergebende neue Möglichkeiten an, wie die Belebung der Innenstadt. Dafür bedürfe es aber eines schlüssigen Konzepts, denn die der Ausbau von Straßen und Plätzen zur Verschönerung des Stadtbildes habe diesbezüglich keine nennenswerten Erfolge gebracht, weil eine sogenannte Aufenthaltsqualität fehle. Abschließend verlangte Fisch, dass Plattling auch für junge Leute wieder attraktiver werden müsse, was sicherlich mit einer Innenstadtbelebung bewerkstelligt werden könne.
Vandalismus bekämpfen

Weiter verlangte Fisch - und das sei ihm ein großes Anliegen -, dass gegen den zunehmenden Vandalismus in der Stadt ein greifendes Konzept entwickelt wird, um Hab und Gut anderer besser schützen zu können. Als ein gravierendes Beispiel von Zerstörungswut nannte der den Eisernen Steg, dessen Aufzüge eigentlich nicht mehr genutzt werden können, was besonders auf Kosten der Schwächeren in der Gesellschaft gehe, wie altem Menschen, Mütter und Behinderte.

"Zudem gilt es auch das enorme Potenzial der Jugend unserer Stadt zu nutzen, denn die Jugend hat heutzutage Ideen, Kraft, Verstand, Mut und ist mit viel Herzblut bei der Sache. Das alles zusammen wird einen gehörigen Schwung in unsere Kommune bringen wodurch sich auch wieder ein Gemeinschaftsgefühl, ein Wir-Gefühl, entwickeln kann, das sich in seinen schönsten Ausprägungen bei Festen wie dem Nibelungen- oder Volksfest zeigt. Ich bin stolz, Plattlinger zu sein", so Bürgermeisterkandidat Fisch zum Schluss.

(Idowa vom 19.10.2019)