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Umgestaltung der Stadtmitte - Noch viele offene Fragen

"Sie geben uns eine Menge Arbeit mit", sagte Erich Schmid bei der jüngsten Stadtratssitzung in Richtung von Martina Schneider vom Büro "Stadt Raum Planung" aus München. Das Lächeln auf dem Gesicht des Bürgermeisters verriet aber, dass er darüber gar nicht böse ist. Schließlich bedeuten diese speziellen Hausaufgaben an ihn und den kompletten Stadtrat nicht nur viel Arbeit, sondern vor allem eine große Chance für Plattling.
Wohl 2020 ist nach den Problemen mit den statischen Berechnungen an der Isarbrücke mit der Fertigstellung der Plattlinger Ortsumgehung zu rechnen. Dann werden sich die Verkehrsverhältnisse gravierend verändern, nach ersten Prognosen werden 30 bis 45 Prozent weniger Autos und Lastwagen in der Stadtmitte unterwegs sein. Neue Möglichkeiten also, um den Stadtkern für Fußgänger oder Radfahrer, für den Schaufensterbummel oder das gemütliche Kaffeetrinken in der Sonne attraktiver zu machen. Die Gretchen-Frage dabei: Wie gelingt dies am Besten?
Überdurchschnittlich viele KurzparkerDer Stadtrat beziehungsweise Bau- und Umweltausschuss beschäftigen sich schon länger, begleitet vom erwähnten Büro "Stadt Raum Planung", mit dieser Thematik. Gemeinsam fuhr man u.a. nach Dorfen, wo der Stadtplatz bereits umgestaltet ist, die Stellplätze zentriert und so autofreie Bereiche geschaffen wurden.
Außerdem wurde ein mit den Mitteln der Städtebauförderung gefördertes flankierendes Verkehrsgutachten (Büro Brenner) in Auftrag gegeben, dessen Ergebnisse Dr.-Ing. Uwe Frost dem Stadtrat nun präsentierte.
Im April wurde der ruhende und fließende Verkehr am Preysing- und am Ludwigplatz analysiert. Interessant dabei: Die Parkdauer ist an beiden Plätzen überdurchschnittlich kurz. Weit über die Hälfte der Menschen parken unter 30 Minuten. Die Zahl der Langparker (über zwei Stunden) liegt dagegen nur bei drei bis 11 Prozent.
Die mittlere Auslastung der Parkplätze wird mit rund 50 Prozent beziffert, nur am nördlichen Preysingplatz liegt sie mit 72 Prozent deutlich höher. Uwe Frost hält deshalb eine maßvolle Reduzierung der Stellplätze um fünf bis 10 Prozent durchaus für diskutabel.
Bemerkenswert ist auch noch die hohe Zahl der Fußgängerquerungen außerhalb der Ampelanlagen vor allem am Preysingplatz. Zwischen 10 und 12 Uhr wurden da 160 Fußgänger gezählt. "Da gibt es offensichtlich Bedürfnisse, die wir ernst nehmen müssen", sagte Frost zu den Stadträten. Zusätzliche Querungshilfen seien deshalb genauso zu empfehlen, wie ein Umbau der Marktkreuzung zum Kreisverkehr.
Martina Schneider vom Planungsbüro nannte den Stadträten dann noch einmal einige der Fragen, die sie zuerst untereinander ausdiskutieren müssten. So etwa: Was ist die Mindestanzahl der Stellplätze? Brauchen wir einen Fahrradschutzstreifen? Müssen die Denkmäler genau an ihren bisherigen Plätzen stehen bleiben? Wie gehen wir mit dem Baumbestand um? Auch die Neugestaltung der Deggendorfer Straße im Innenstadtbereich sollte in diesem Zusammenhang bearbeitet werden, damit die Planung aus einem Guss erstellt werden kann.
Planer brauchen Vorgaben des StadtratsErst wenn solche Fragen Punkt für Punkt entschieden seien, mache es Sinn einen Wettbewerb auszuschreiben, so Schneider. Denn nur so wüssten die Planer, in welche Richtung sie arbeiten können, wo es Spielräume gibt und wo eben nicht. "Nur dann bekommt man zufriedenstellende Ergebnisse", ist Schneider überzeugt.
Nach den Vorträgen von Schneider und Frost preschte Gerhard Krampfl in der anschließenden Diskussion schon einmal vor. Er könne sich eine Minderung der Parkplätze auf keinen Fall vorstellen, so der CSU-Politiker. Wenn vor einem Geschäft kein Stellplatz verfügbar sei, dann würde es nämlich auch nichts nützen, wenn anderswo am Stadtplatz etwas frei sei. Auch das Beispiel Dorfen fand Krampfl ziemlich abschreckend: "Parken in der Grünanlage geht für mich gar nicht."
Bürgermeister Erich Schmid entgegnete, dass das genau die Punkte seien, die man in der nächsten Zeit in den Ausschüssen und im Stadtrat diskutieren müsse. "Und das werden heftige Diskussionen werden", ist sich Schmid sicher. Soll also keiner sagen, dass Hausaufgaben immer leicht wären – auch nicht für Stadträte... (PNP vom 12.10.2017)