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Stadtwerke erhöhen Strompreis

Kohlenstoffdioxid-Zertifikate, die Kraftwerksbetreiber kaufen müssen, kosten nun das Dreifache, Belgien schaltet Atomkraftwerke ab und was macht die Kohleindustrie in China? Diese globalen Entwicklungen haben bedeutenden Einfluss auf den Strompreis an der Börse und damit auf den Geldbeutel der Plattlinger, die ihre Energie über die Stadtwerke beziehen. So lautet die Kurzfassung der Erläuterungen von Stadtwerke-Leiter Stefan Kopp in der Werkausschusssitzung am späten Dienstagnachmittag. In dieser beschloss der Ausschuss mehrheitlich, den Strompreis zum Jahreswechsel zu erhöhen.
Bei einem jährlichen Verbrauch von 3500 Kilowattstunden – dieser ist Vergleichsportalen zufolge bei einem Zwei-Personen-Haushalt anzusetzen – kommt’s damit zu einer Mehrbelastung von rund 65 Euro im Jahr. Gingen die Stadtwerke 2018 noch von Jahreskosten von etwa 970 Euro aus, müssen die Stromkunden 2019 mit 1035 Euro rechnen. Der Grundpreis steigt mit dem Beschluss von 107,76 auf 110,55 Euro, der Arbeitspreis von 24,64 auf 25,83 Cent pro Kilowattstunden.
"Die Erhöhung des Grundpreises trifft wieder die Allerärmsten", kritisierte Georg Weiß (SPD) und verweigerte deswegen auch seine Zustimmung. Grundsätzlich sehe er aber ein, dass die Mehrkosten an die Verbraucher weiterzugeben seien. Kopp verteidigte die Maßnahme, um auch Eigenverbraucher zur Kasse bitten zu können. Dieser nutze schließlich auch das Angebot der Stadtwerke.
Deutschland gehört in Sachen Strompreis zu den Spitzenreitern im europäischen Vergleich. Grund dafür sind die vielen Faktoren, auf denen der Preis basiert: Während die Stadtwerke im Vorjahresvergleich steigende Kosten beim Strombezug, bei den Netzentgelten und bei der Offshore-Netzumlage verzeichnen, sinken die Aufwendungen für die EEG-Umlage, die Strom-NEV-Umlage, die KWK-Umlage sowie für abschaltbare Lasten.
2018 sank der Preis, 2019 steigt er"Aus den genannten Positionen ergibt sich für das Jahr 2019 ein Erhöhungsbedarf von 2,09 Cent pro Kilowattstunde", heißt es in den Sitzungsunterlagen zusammenfassend. Diese geben die Stadtwerke an ihre 7800 Privatkunden weiter.
Stadtwerke-Leiter Stefan Kopp verweist trotz der steigenden Kosten auf die Werkausschusssitzung im vergangenen Jahr: "Damals wurde beschlossen, den Preis für ein Jahr zu senken, um die Kunden zu entlasten." Weiter unterstreicht er, dass die Stadtwerke eine "solide Finanzierung, einen Ansprechpartner vor Ort und weitere Leistungen wie das Freibad in Plattling" bieten. Dass sich die Stadtwerke in einem Wettstreit mit günstigeren Anbietern, zu finden auf Online-Vergleichsseiten, befinden, ist unumstritten. Im Vergleich zu umliegenden Stadtwerken liege Plattling im unteren Preisniveau, erläuterte Kopp dem Ausschuss anhand einer Grafik.
Außerdem zeigte der Stadtwerke-Chef auf, dass von über 762 Photovoltaik-Anlagen Energie ins hiesige Netz geschleust werde. Dabei handelt es sich um knapp 32 Millionen Kilowattstunden. Die Stadtwerke bezahlen den Betreibern heuer eine Gesamtsumme von rund 8,92 Millionen Euro dafür aus. Diese Zahlen nannte Kopp im Vergleich zu den Vorjahren stagnierend, da nur wenige neue Anlagen gebaut würden. (PNP vom 15.11.2018)