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Stadtrat genehmigt aufwendige Pläne, die städtische Kläranlage zukunftsfähig zu machen – Kosten noch fraglich

Der Stadtrat hat in seiner Sitzung am Montagabend die Entwurfsplanung für die Ertüchtigung und Generalsanierung der städtischen Kläranlage einstimmig genehmigt. Helmut Aigner, Geschäftsführer der beauftragten Münchner Ingenieursplanungsgruppe, legte den Stadträten noch einmal detailliert dar, wo und warum die Kläranlage umgebaut werden muss und wie das geschehen soll. SPD-Fraktionsvorsitzender Georg Weiß fasste es am Ende so zusammen: "Erst ging es eigentlich nur um eine Ertüchtigung, jetzt bauen wir im Prinzip eine neue Anlage." Das sei aber, wie sich herausgestellt habe, auch tatsächlich notwendig, wenn man es richtig und nachhaltig machen möchte.
Die Hintergründe kurz zusammengefasst: Die wasserrechtliche Erlaubnis, um gereinigtes Abwasser aus der Plattlinger Kläranlage in den Altarm der Isar einzuleiten, lief schon Ende 2016 aus. Seitdem ist ein Übergangsbescheid in Kraft. Weil abzusehen war, dass die Becken für die derzeitige Belastung von vorausgesetzten 40000 Einwohnerwerten (EW) rechnerisch nicht nachgewiesen werden könne, beschloss der Werkausschuss, verschiedene Varianten zu untersuchen. Es stellte sich heraus: Sowohl die Belebungsbecken als auch die Nachklärbecken sind zu klein – ein Umbau musste her.
Eine Verzögerung der gesamten Planung ergab sich wegen der Ansiedlung von Goldsteig im Industriegebiet. Zunächst war angedacht, das ungereinigte Abwasser der Molkerei komplett in die städtische Kläranlage einzuleiten, wozu diese beinahe verdoppelt hätte werden müssen. Letztendlich einigte man sich darauf, dass Goldsteig das Abwasser in einer eigenen Kläranlage vorreinigt, um es in den Kanal einleiten zu dürfen. So werde die kommunale Kläranlage nicht überlastet.
Mit der Genehmigung des Stadtrats am Montagabend wurden nun folgende Maßnahmen in die Wege geleitet: Die bestehenden Nachklärbecken werden zu Belebungsbecken umgebaut, so dass eine Kapazität von 48000 EW nachgewiesen werden kann. Dadurch muss aber für die Nachklärung Ersatz geschaffen werden. Hier entschied sich der Werkausschuss in Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt für die große Variante und den Bau von zwei größeren Nachklärbecken für eine Ausbaugröße von 56000 EW. Zum Verständnis: Beim Einwohnerwert (EW) wird die Zahl der Einwohner einer Stadt mit dem Abwasser von Industrie, Gewerbe, Landwirtschaft addiert.
"Wie weit reichen diese Planungen in die Zukunft?", wollte dritter Bürgermeister Franz Geisberger auch in Bezug auf neue Baugebiete von Helmut Aigner wissen. Die Antwort des Experten: "Es gibt ausreichend Reserven für die zukünftige Entwicklung der Stadt Plattling." Diese Reserven würden sogar die Annahmen von Fremdschlämmen zur Entwässerung und den Anschluss von Abwassergästen ermöglichen. Aigner rechnet damit, dass man nach der Generalsanierung zwischen 40 und 50 Jahre nicht mehr bauen müsse. Eine Beckensanierung sei in etwa 15 Jahren wieder fällig und die Maschinentechnik müsse in 12 bis 15 Jahren erneuert werden.
Die Ertüchtigung und Generalsanierung der Kläranlage soll ab Juli 2019 in fünf Bauabschnitten über die Bühne gehen. Die Herausforderung dabei – auch während der Sanierung müssen der Betrieb aufrecht- und die entsprechenden Werte eingehalten werden. Dies gelingt, indem zunächst die zwei Nachklärbecken neu gebaut werden. Danach hat man soviel Volumen, dass man die bestehenden Nachklärbecken außer Betrieb nehmen kann, um sie in Bewegungsbecken umzuwandeln.
Die Bauzeit wird von der Münchner Ingenieurplanungsgruppe auf zweieinhalb bis (wahrscheinlich) drei Jahre geschätzt. 2022 soll die Kläranlage dann also zukunftstauglich sein. Was das alles genau kostet, steht derweil noch in den Sternen. In einer ersten Kostenberechnung des Ingenieurbüros aus dem Sommer 2017 war von rund 14,5 Millionen Euro brutto die Rede. Geschäftsleiter Josef Hofmeister setzt hinter solche Schätzungen insbesondere wegen der stark anziehenden Baupreise und der langen Bauzeit ein großes Fragezeichen. Eines aber ist klar – billig wird es für die Stadt nicht.
In nichtöffentlicher Sitzung haben die Stadträte deshalb über Finanzierungsmöglichkeiten beraten. Die Beratungen, bei denen es auch um die Gebühren geht, sollen zunächst in den Fraktionen weitergeführt werden, bevor dann nochmal im Plenum diskutiert wird. (PNP vom 3.10.2018)