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Schnelles Internet - Stadt steigt in Förderverfahren für Breitbandversorgung ein

In weiten Teilen der Stadt ist schon jetzt schnelles Internet mit einer Bandbreite bis zu 100 Mbit/s verfügbar – aber eben nicht überall. Da die Breitbandversorgung für Plattling "ähnlich wichtig wie die Industriealisierung der 60 Jahre" ist, wie es Bürgermeister Erich Schmid ausdrückte, beschloss der Stadtrat am Montagabend, am bayerischen Förderprogramm teilzunehmen. Ausführlich hatte zuvor Karl Kolbinger vom Netzwerk Corwese, das auf die Beratung von Kommunen für Breitbandversorgung spezialisiert ist, das Ergebnis der Versorgungsuntersuchung und die daraus folgenden Möglichkeiten aufgezeigt.

Am besten FttH: Glasfaser bis zum HausVor allem in den Ortsteilen und den Gewerbegebieten gibt es demnach noch Potenzial. Insgesamt machte der technische Fachwirt zehn einzelne mögliche Erschließungsbereiche aus und hatte dazu auch eine Kostenschätzung erarbeitet. Nach einem Ausbau könnte Plattling zu 97,4 Prozent mit Anschlüssen zwischen 30 und 100 Mbit/s versorgt werden, etwa 100 Anschlüsse (1,8 Prozent) mit einer Bandbreite von 16 bis 30 Mbit/s. Lediglich 35 mit 2 bis bis 16 Mbit/s und für fünf Anwesen gäbe es leitungsgebunden nur die Möglichkeit von 0 bis 2 Mbit/s.

Die beste Übertragungsmöglichkeit bietet sich mit Glasfaser bis zum Gebäude bzw. in die Wohnung (FttB/H – Fibre to the Building/Home). Die bisherigen Kupferleitungen (DSL) verlieren mit der Länge an Leistung. Eine Kombinationsmöglichkeit wäre, Glasfaser in Leerrohren von der Vermittlungsstelle bis zum Verteiler (FttC – Fibre to the Curb) und von dort die so genannte letzte Meile mit bestehenden Kupferkabeln zu belassen.

Leistungsfähiges und schnelles Internet ist nicht nur für Privatpersonen angenehm, sondern vor allem für Firmen und Unternehmer wichtig, um konkurrenzfähig zu bleiben. Und als Standortfaktor für Plattling. "Das ist genau so wichtig wie die Straße", sagte Schmid. Apropos Straße: Hier ist es Georg Weiß (SPD) ebenso wie Franz Geisberger (CSU/JL) wichtig, dass nicht alle Straßen wieder aufgerissen werden müssen – vor allem nicht die erst vor kurzem sanierten und ausgebauten Straßen im Industriegebiet. Hier sollte auch erst der konkrete Bedarf ermittelt werden. Fast überall seien bereits Leerrohre verlegt worden, aber ganz ohne zu graben, so gab Kolbinger zu, werde es nicht abgehen – vor allem bei Glasfaser-Hausanschlüssen. Einig sind sich alle Fraktionen jedoch, dass der Breitbandausbau für Plattling notwendig ist und in Angriff genommen werden sollte. "Wir wollen uns als moderne Stadt präsentieren", sagte dazu Karl-Heinz Astner (FW).

Internet wird immer mehr und immer stärker genutzt, für Dokumente, für Musik, für Fotos, Radio und TV. Das Datenvolumen pro Anschluss hat sich innerhalb von drei Jahren mehr als verdreifacht: von 15 GB pro Monat 2011 auf durchschnittlich 26,7 GB im vergangenen Jahr. Kolbinger zeigte auch auf, dass ein Download von 30 GB bei DSL mit 0,5 Mbit/s rund 150 Stunden dauert, mit 16 Mbit/s immerhin noch fünf Stunden und mit 50 Mbit/s entsprechend nur 1,5 Stunden.

Für den Aufbau von Hochgeschwindigkeitsnetzen in Bayern (Breitbandrichtlinie BbR) werden "detailliert ausgewiesene Wirtschaftlichkeitslücken des Netzbetreibers" gefördert. Der Fördersatz hängt von der Größe der Kommune ab, im Falle der Stadt Plattling gebe es einen Zuschuss von 60 Prozent, höchstens aber 610000 Euro. Die überschlägige Kostenschätzung für den Ausbau beträgt rund 1,2 Millionen Euro, die Deckungslücke etwas über eine Million. Auf die Stadt würde somit ein Eigenanteil von rund 418000 Euro zukommen.

Verbesserung für Gewerbe und PrivateDurch den Ausbau könnten rund 50 Gewerbegrundstücke auf bis zu 100 Mbit/s verbessert werden, 300 Anschlüsse von bisher etwa 10 auf dann bis zu 30 Mbit/s und 30 von 10 Mbit/s auf 16 Mbit/s erläuterte der technische Fachwirt. Durch die Stadtwerke ist mit Glasfaser in Plattling schon "gut vorangearbeitet" worden.

Für das Förderverfahren ist erst einmal eine Markterkundung erforderlich. Das heißt, es ist in Erfahrung zu bringen, welche Anbieter (z.B. Telekom, Kabel Deutschland, R-Kom), überhaupt Interesse hätten und zu welchen Konditionen. Der Stadtrat legte dafür das gesamte Stadtgebiet als mögliches Erschließungsgebiet fest. In nichtöffentlicher Sitzung wurde Kolbinger, bzw. das Netzwerk Corwese damit beauftragt worden, das Förderverfahren für die Breitbandversorgung in Plattling weiter zu begleiten.

(PNP vom 6.5.2015)