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Sanierung der Kläranlage treibt Wasserpreis

Wie stelle ich eine Gebührenkalkulation auf? Einen knapp einstündigen Grundkurs dazu haben der Werkausschuss sowie Pressevertreter in der Sitzung am Dienstag von Dieter Meixner vom kommunalen Prüfungsverband erhalten, um die Neuberechnung für den Zeitraum Januar 2019 bis Dezember 2022 zu verstehen. Für die Bürger von höchstem Interesse das Ergebnis: Die Stadtwerke nennen bei einem Vier-Personen-Haushalt mit einem Wasserverbrauch von 112 Kubikmetern im Jahr und einer abflusswirksamen Fläche von 200 Quadratmetern Gesamtkosten von rund 283 Euro und somit Mehrkosten im Vergleich zu 2018 von knapp 53 Euro.
Die Zahlen dazu: Die Wasserverbrauchsgebühr bleibt bei 1,10 Euro pro Kubikmeter, die Einleitungsgebühr für Schmutzwasser beläuft sich auf 2,21 Euro pro Kubikmeter und die Niederschlagswassergebühr bemisst sich auf 0,18 Euro pro Quadratmeter. Wem diese Gebührenaufteilung neu erscheint, irrt nicht: Im Oktober 2016 beschloss der Werkausschuss, die Abwassergebühren zu splitten, um die Kosten gerechter zu verteilen. Es folgte sogar ein Informationsabend, um den Bürgern die Maßnahme zu erläutern.
Wie Bürgermeister Erich Schmid kürzlich mitteilte, werden die Stadtwerke in den kommenden drei Jahren die Kläranlage grundlegend sanieren lassen. Eingangs gingen die Verantwortlichen von Gesamtkosten von rund 15,5 Millionen Euro aus – angesichts der steigenden Baukosten werde die Maßnahme über 18 Millionen Euro beanspruchen. Diese gilt es auf die Bürger umzulegen.
Die Zukunftsinvestitionen bezog Kalkulator Meixner ebenso in seine Berechnung mit ein wie Ausgleichsbeträge, Abschreibungen, Zinsen sowie Betriebs- und Unterhaltskosten. Ein umfangreiches Zahlenwerk, "bei dem die Verwaltungsangestellten der Stadtwerke gute Zuarbeit leisteten", wie Bürgermeister Schmid lobend feststellte.
Die Stadtwerke gehen in den Jahren 2019 und 2020 von einem Verbrauch von je 956000 Kubikmetern Frischwasser aus. In die Kläranlage sollen der Annahme zufolge 1,023 Millionen beziehungsweise 1,064 Millionen Kubikmeter Wasser fließen. Findet der Ausbau des Goldsteig-Werkes im Industriegebiet wie geplant statt, ist von einem steigenden Verbrauch sowie von sinkenden Einleitungswerten auszugehen – weil das Unternehmen dann eine betriebseigene Kläranlage nutzen würde. Die Faustregel Frischwasser ist gleich Abwasser dürfe nicht angewendet werden.

Weil bei diesem Betrieb mit einem jährlichen Einleitungsvolumen von rund 200000 Kubikmetern zu rechnen sei, sei es wichtig, die Unternehmensentwicklung zu berücksichtigen. Bei grundlegenden Änderungen müsse sich der Werkausschuss schon vor Ablauf des Vier-Jahres-Zeitraums, für den die neue Gebührenkalkulation aufgestellt ist, erneut damit beschäftigen, betonte Meixner.
Angesichts der umfangreichen Umbaumaßnahmen an der Kläranlage hielt der Fachmann die Höhe der Gebühren für angemessen. Einen Vergleich zu ziehen, sei schwierig. Es gebe aber Kommunen, deren Bürger deutlich tiefer in die Geldbörse greifen müssen.
Rechtlich wäre es zwar möglich, die Gebühren, die zum Jahreswechsel gelten, niedriger anzusetzen, dann wäre mit Mehrkosten von rund 48 Euro pro Jahr zu rechnen. Dagegen sprachen sich Verwaltung und Ausschuss jedoch aus, um in Zukunft höhere Preissprünge weitgehend vermeiden zu können. − chh (PNP vom 15.11.2018)