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Rechtliches Konstrukt wegen Milch und Abwasser

Weil das Unternehmen Goldsteig die neue Molkerei auf Stephansposchinger Gebiet baut, die Stadt Plattling aber erschließt, ist ein besonderes rechtliches Konstrukt notwendig. Über dieses hat der Stadtrat in seiner Sitzung am Montagabend entschieden. Es ging um Bebauungsplan, Zweckvereinbarung über das interkommunale Gewerbegebiet, Durchführungsvertrag als auch Sondervereinbarung zwischen Stadt und Unternehmen. Allen angeführten Punkten stimmte das Gremium zu.

Bürgermeister Erich Schmid hob hervor, dass die Abwasserbeseitigung über die kommunale Kläranlage laufe, aber nur für die Bauabschnitte I und II. Sobald Goldsteig die weiteren Bauabschnitte III und IV verwirklicht – dies könnte 2019 oder 2020 der Fall sein –, müsse das Unternehmen das Abwasser beseitigen. Dieser Forderung kommt Goldsteig-Geschäftsführer Andreas Kraus laut dem städtischen Geschäftsleiter Josef Hofmeister nach. So werde die kommunale Kläranlage nicht überlastet.

Stadtwerke-Leiter Stefan Kopp informierte, dass Goldsteig das Abwasser in einer eigenen Kläranlage vorreinige, um es in den städtischen Kanal einleiten zu dürfen. 220000 Kubikmeter seien es jährlich. Menge, Wärme, Qualität und mehr sind in der Sondervereinbarung geregelt. Kopp sehe keine Probleme für die Zukunft.

Folgen die weiteren Bauabschnitte, leite die Molkerei direkt in Isar oder Donau ein. Die technischen Voraussetzungen schaffe das Unternehmen mit Sitz in Cham, wie Berater Dr. Michael Koch mitteilte. Er ging ebenso auf die Bestandteile von Milch ein: 87 Prozent davon seien Wasser, der Rest setze sich aus Fetten, Proteinen, Salzen und weiteren Stoffen zusammen. Damit enthalte Milch eine hohe, so genannte CSB-Konzentration. Um die Massen, die in der neuen Molkerei verarbeitet werden, darzustellen, wählte Koch bildhafte Beispiele. 140 Millionen Liter Milch sollen jährlich ausgeliefert werden. Rechnet man dies um in Tetra Paks und legt diese aneinander, könne man eine Strecke von 28000 Kilometern legen.

Lärmintensive Aggregate bringt Goldsteig in Betriebsgebäuden unter, geruchsintensive Prozesse laufen in geschlossenen System ab. Der Gestank kann Koch zufolge nicht nach außen treten. Klärschlamm lagere höchstens zwei bis drei Tage, auch abgekapselt, brachte FW-Stadtrat Reinhard Leuschner in Erfahrung. Ein Gutachten dafür ist vorhanden, wie SPD-Fraktionsvorsitzender Georg Weiß auf Nachfrage erfuhr. Weiter sagte Koch, dass das vorgereinigte Wasser klar sein werde. Die Anfahrt erfolge je nach Einsammelort, Durchgangsverkehr durch die Stadt werde aber vermieden. Bürgermeister Schmid betonte, dass die vereinbarten Vorschriften schärfer formuliert seien als die gesetzliche Norm.

Von einer positiven Auswirkung der Verträge wusste Schmid sogleich zu berichten: Ein Teil der Grunderwerbssteuer fließe in den Stadtsäckel, die andere Hälfte geht an die Kommune Stephansposching, deren Gemeinderat gestern Abend ähnliche Anträge behandelte, um den Bau schnell zu ermöglichen. (PNP vom 08.02.2017)