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Ortsteilversammlung Pielweichs

Hatte im vergangenen Jahr die Standort-Debatte rund um den Kindergarten für Aufsehen bei der Ortsteilversammlung gesorgt, so herrschte am Dienstag im Gasthaus zum Dorfkrug weitgehend Zufriedenheit. Bürgermeister Erich Schmid ging auf die Entwicklung Plattlings ein, hob Pielweichser Themen hervor und stellte sich den Fragen der Bürger. Diese waren alles andere als ein Kreuzverhör, wenngleich Gesetze, Verfahren und die Juristerei in der Kommunalpolitik oft eine Rolle spielen.
Zu sehen ist dies zum Beispiel am geplanten Bau des Ersatzfließgewässers an der Isar, das viele Bürger in Pielweichs beschäftigt. Vor etwa zwei Jahren fand ein Anhörungstermin im Landratsamt statt. Der Planfeststellungsbeschluss war für heuer angekündigt, doch er liege noch nicht vor, wie Schmid sagte. Die Stadt Plattling, die Kommunen Aholming, Oberpöring und Otzing sowie 400 Bürger – viele aus Pielweichs – hatten Einwendungen eingereicht. Schmid zeigte Verständnis für die Sorgen der Bürger, die ihr Eigentum vor möglichen Schäden schützen wollen. Er hofft, dass "alle wesentlichen Belange ausgiebig erörtert" und vorhandene Probleme gelöst würden.
Um an der Isar zu bleiben: Auch über den zwischenzeitlichen Baustopp sowie die den nun zu sehenden Baufortschritt an der Ortsumgehung sprach der Bürgermeister an. Dass sich die Kosten wegen des Stillstands erhöhen werden, stehe für ihn fest. Wichtig: Die Finanzierung betrifft aber nicht die Stadt Plattling, sondern den Freistaat Bayern. 2021 soll die Umfahrung fertiggestellt werden.
Ein Thema, das alle Plattlinger betrifft, ist die Wasserversorgung. Mit dem Vergleich vor dem Verwaltungsgerichtshof steht fest: Plattling stellt die Förderung des Tertiärwassers zum Ende des Jahres 2026 komplett ein. Eine Beimischung von Wasser aus dem Wasserzweckverband Bayerischer Wald scheint unumgänglich. Neben der Eigenförderung des Wassers aus dem Quartärgrundstock inklusive Aufbereitung werde auch der Vollanschluss ans Fernwasser geprüft. Der Wasserpreis für die Verbraucher könnte sich nach 2026 nahezu verdoppeln, betonte Schmid.
Höhere Belastungen kommen auf die Bürger auch wegen der Generalsanierung der städtischen Kläranlage zu. 15,5 Millionen Euro werde diese in drei Jahren beanspruchen. Die Stadt ist gesetzlich dazu verpflichtet, diese Kosten umzulegen. "Die Maßnahme wird über einen langen, langen Zeitraum" refinanziert, indem die Stadt die Abwassergebühren anhebt. Ein Vier-Personen-Haushalt mit Durchschnittsverbrauch müsse mit Mehrkosten von rund 52 Euro im Jahr rechnen, konkretisierte Schmid.
Auch Teile des Freibads sollen demnächst saniert werden. Der Bürgermeister führte ein Bundesförderprogramm an, das Plattling anzapfen wolle, um den Besuchern noch mehr bieten zu können. Bis zu zwei Millionen Euro könnten bei einer Förderzusage an die Isar fließen.
Jährlich zahlt die Kommune 35000 Euro an einen Zweckverband, der Mäharbeiten an Bächen und Gräben übernimmt. Heuer wurde der Reißinger Bach auf einer Länge von 300 Metern und der Enchendorfer Graben auf einer Länge von 650 Metern gemäht. Diese Unterhaltsmaßnahmen seien notwendig.
Ein Blick ins vergleichsweise kleine Baugebiet Pielweichser Feld III an der Kleinweichser Straße lässt erkennen: Einige Häuser entstehen bereits. Wegen der vielen Interessenten, ließ die Stadt Plattling das Los bei der Vergabe der Parzellen entscheiden. Die dortigen Bauherren verfügen laut Schmid außerdem über Glasfaser-anschlüsse und könnten zwischen zwei Anbietern wählen.
Die Eichen an der Steinfeldstarße zu fällen, sei die richtige Entscheidung gewesen. Denn der Eichenprozessionsspinner war dem Bürgermeister zufolge heuer kein Thema. Nicht mit diesem Tier, sondern mit Baumpflegearbeiten hatte der Bauhof verstärkt zu tun. Vielen fiel auf, dass im Bereich des Karl-Weinberger-Stadions etliche Eschen gefällt wurden. Die Maßnahme habe der Sicherheit gedient, erläuterte Schmid. 5000 Euro nahm die Stadt weiterhin in die Hand, um den Spielplatz an der Steinfeldstraße mit einer Seilbahn auszurüsten.
Volle Unterstützung für die Freiwillige FeuerwehrUm für die Freiwillige Feuerwehr Pielweichs mit steigendem Frauenanteil beste Voraussetzungen zu schaffen, ließ der Stadtrat das Feuerwehrhaus sanieren und erweitern – insgesamt für rund 320000 Euro. Sanitär- und Lagerräume sowie Platz für die Jugend wurden geschaffen. Nicht zu vergessen: die Fluchttreppe, welche die Brandschutzverordnung vorschreibt. Nochmals 18100 Euro schöpfte die FF Pielweichs ab, um sich mit einer Motorsäge, Handlampen, Großflächenscheinwerfer, neuen Stiefeln und Anzügen sowie weiteren Ausrüstungsgegenständen für ihre vielseitigen Einsätze zu wappnen. "Das muss sein", unterstrich Schmid und lobte das Engagement der Freiwilligen, das seitens des Stadtrates vollste Unterstützung genieße. Für den nächsten Wunsch, ein neues Fahrzeug, ein Mannschaftstransporter, werde gewiss eine "vernünftige Lösung" gefunden, stellte das Stadtoberhaupt fest.
Und täglich beziehungsweise jährlich grüßt das Nagetier: Das gilt auch für die Pielweichser Ortsteilversammlung. 2018 seien beim Landratsamt drei Anträge auf Biberfang oder -abschuss gestellt worden. Genehmigungen bekam die Stadt für den Bereich Bachwiese und Feuerwehrhaus. Beim Angerweg (Laillinger Bach) richte das Tier dem Landratsamt zufolge unerheblichen Schaden an. Ihr Unverständnis über diese Aussage äußerten Ute Eder, die Biberschäden in Höhe von rund 30000 Euro beklagte, und Josef Zitzelsberger. Dieser kritisierte, dass in anderen Landkreisen, zum Beispiel in Dingolfing-Landau, die Gesetze großzügiger ausgelegt würden.
Hans Kuchler hatte vorab in einem Antrag die Frage nach den Konsequenzen des im Sommer geänderten Hochwasserschutzgesetzes II gestellt. Diesem zufolge gilt halb Plattling als Risikogebiet, sollte es zu einem extremen Hochwasserereignis (1,5-faches Jahrhunderthochwasser) kommen. Bürgermeister Schmid habe darüber bereits mit Staatssekretär Josef Zellmeier gesprochen. Einen Gesprächspartner seitens Wasserwirtschaftsamt oder Landratsamt zu gewinnen, habe die Stadt versucht. "Doch wir erhielten von beiden Ämtern Absagen", merkte Schmid an. Der Grund: Es gebe noch keine Anweisungen des Ministeriums zu den Regeln, die unter anderem Schlafräume im Erdgeschoss sowie Ölheizungen betreffen. (PNP vom 08.11.2018)