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Mit Provokation aufmerksam machen

Quelle: Facebook: UNSER PLATTLING

Ein auf Facebook kursierendes Bild sorgt für Ärgernis. Bürgermeister Erich Schmid verurteilte die Darstellung in der Stadtratssitzung, in welcher die Neugestaltung der Preysing- sowie der Luitpoldstraße diskutiert wurde, als "schäbig".
Das am Computer bearbeitete Schwarz-Weiß-Foto zeigt eine Straße sowie darauf aufgezeichnete Umrisse eines Kindes, wie man sie aus Krimis kennt. Daneben sind Tatort-Nummerntafeln zu sehen. Dazu verweist die Erstellerin der Grafik, eine Anliegerin, auf den "Ausbau" der Preysingstraße mit den Schlagworten "barrierefrei für Autofahrer, Entfernung aller Bordsteine, Verschmälerung des Fußweges auf 120 Zentimeter".
Christian Hadersdorfer, Partner der Urheberin, besuchte als Anwohner die Sitzung, um mehr über den Umbau zu erfahren, da ihm bisherige Pläne sowie Aussagen in Gesprächen, die er mit Planer Stefan Weiss geführt habe, missfallen. In diesen Gesprächen sei unter anderem die neue Breite des Fußweges von 1,20 Meter genannt worden. In der Sitzung nannten Stefan Weiss und Tobias Nowak die Mindestbreite von 1,50 Metern.
Schmid griff den Besucher verbal an. Eine Kinderleiche darzustellen, sei absolut schäbig. Es bestehe jederzeit die Möglichkeit, mit der Stadt zu reden, aber nicht auf diese Art und Weise. Auf Nachfrage der PZ sagte Hadersdorfer gestern, er wünsche sich grundlegend mehr Rücksichtsnahme aller Verkehrsteilnehmer. Er setze sich für eine Bürgerbeteiligung ein, bevor finale Beschlüsse gefasst würden. Dass das umstrittene Bild provokant sei, sehe Hadersdorfer ein. Wenn diese Provokation dazu führe, dass Bürger die vom Bürgermeister angekündigte Informationsveranstaltung am Montag, 26. November, um 19.30 Uhr in der Grundschulaula besuchen, dann sei zumindest dieser Zweck erfüllt. "Ich möchte in den Dialog gehen", betont er.
Die Befürchtung, dass Autofahrer – meist Eltern, die ihre Kinder zur Schule bringen – künftig den herabgesetzten Gehweg nutzen, teilt Hadersdorfer mit anderen. Georg Weiß, Vorsitzender der SPD-Fraktion, nannte die Verhältnisse nicht vergleichbar mit der Landauer Straße, in der das Gestaltungs- und Wegekonzept gut funktioniere. Diese und weitere Redebeiträge führten in der Sitzung dazu, dass sich der Stadtrat zwar mit der Entwurfsplanung einverstanden zeigte. Dennoch sollten die Stadtplaner prüfen, ob eine bauliche Abgrenzung, zum Beispiel mit der sogenannten Homburger Kante, umsetzbar sei.
Zu den Änderungen, die Nowak und Weiss in Kürze vorstellten: Die Fahrbahn im Bereich der Preysingstraße-West werde nur mehr fünf Meter breit sein. Wegen der kürzlich geforderten Zebrastreifen an allen Ein- und Ausfahrten des Kreisverkehrs seien zudem weitere Straßenlampen erforderlich. Außerdem fand das Planer-Duo eine bauliche Lösung für den Belag, die sowohl Rollstuhlfahrer als auch Sehbehinderte Vorteile bringen sollen.
Im Sommer 2019 sei mit dem Baubeginn, mit der Fertigstellung Ende 2020 zu rechnen. Bürgermeister Schmid teilte außerdem aus der nichtöffentlichen Sitzung dazu mit, dass die Maßnahme insgesamt rund 3265000 Euro kosten werde. Eine Förderquote zwischen 70 und 80 Prozent sei möglich. Beratungen mit der zuständigen Regierung von Niederbayern würden geführt. − chh (PNP vom 21.11.2018)