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Lärmschutzwand an den Bahngleisen: Arbeiter montieren erste Alupaneele wohl noch vor Weihnachten

Die Erde unter den dicken Sohlen der Arbeitsschuhe vibriert, während der Fahrer des Zweiwegebaggers den Joystick kippt. Er bewegt Hand und Finger nur um Zentimeter. Das Stahlrohr, das der Greifarm umschlingt, drückt er damit bis zu sechs Meter in den Boden. Diese Arbeiten haben am Wochenende die Anwohner der Bayerwaldstraße verfolgt. Die lauten Baumaßnahmen sind notwendig, um den Lärmschutz an der Waldbahn-Strecke errichten zu können.
Um die bis zu vier Meter hohe Lärmschutzwand, die in verschiedenen Grüntönen gestaltet wird, aufstellen zu können, sind die Bohrpfahlgründungen nötig. Alle fünf Meter rammt der Baggerfahrer ein solches Rohr in den Boden. Christian Amann ist zuständig für Lärmschutzarbeiten bei der Berger Bau GmbH. Beim gemeinsamen Pressetermin mit Bahn-Sprecher Bernd Honerkamp aus München und Bauüberwacher Josef Zwickl erklärt er, wie die einzelnen Arbeitsschritte ablaufen, was an einer Baustelle am Bahngleis zu beachten ist.
Fachmann sucht nach Bomben und GranatenBevor der Baggerfahrer, das Rohr in das ausgehobene Loch setzen kann, sucht ein Kampfmittelsondierer nach Überbleibseln aus dem Zweiten Weltkrieg. Der Bahnhof war zum Ende des Krieges Ziel der Alliierten. Bilder der Zerstörung, zu sehen in der Plattlinger Yorma’s-Filiale, zeugen noch heute vom Ausmaß des Angriffs. Wie Luftbilder heute belegen, warfen die Piloten die Bomben ziemlich genau ab. Einen Blindgänger am Gleis an der Bayerwaldstraße zu finden, ist eher unwahrscheinlich. Dennoch: Bevor der Fachmann kein grünes Licht gibt, wird das Stahlrohr nicht in den Boden gerammt. Die Gefahr wäre trotz aller Prognosen zu hoch. "Am Wochenende haben wir die Kampfmittelsondierung für diesen Bereich abgeschlossen", sagt Christian Amann. Das Fazit, das alle Anwohner beruhigt: kein Verdachtsfall.
Nicht nur auf etwaige Bomben oder Granaten ist zu achten. "An Bahngleisen sind viele Kabel verlegt", erläutert er. Haben die Arbeiter die Lage überprüft, ist der Baggerfahrer gefragt: Er hebt das sechs bis sieben Meter lange Rohr, das einen Durchmesser von 61 Zentimeter und eine Wandstärke von acht Millimetern hat, und setzt an. Zentimeter für Zentimeter verschwindet das Rohr im Boden, begleitet von der heftigen Vibration und dem Dröhnen, das ein verständliches Gespräch, ohne zu schreien, unmöglich macht.
Nur an Wochenenden wird gearbeitet. Mehr geben die Sperrpausen der Bahn nicht her. "Die sind aber relativ lang", sagt Christian Amann und führt dies auf das Industriegleis zurück, das am Wochenende nicht benutzt werde. Auf dem Gleis daneben verkehrt die Waldbahn. Sicherungspersonal überwacht das Treiben auf der Baustelle, warnt im Notfall.
Zu den nächsten Schritten: Das Erdreich im nun eingerammten, hohlen Stahlrohr wird mit einer Schnecke an die Erdoberfläche transportiert, danach fließt Beton. Nachdem die Arbeiter die Betonsockelelemente und Erdbaumaßnahmen vollzogen haben, montieren sie die Alupaneele, welche die Anwohner vor Bahnlärm schützen sollen. Bereits am kommenden Wochenende sollen die Pfosten für die Wände stehen. Der zunächst letzte Arbeitstag an diesem Streckenabschnitt ist der 17. Dezember. Anwohner sollten die ersten Aluelemente dann schon sehen können. Die nächste Sperrpause sei erst im April 2018 vorgesehen, erklärt Christian Amann.
Winter verlangt Mitarbeitern viel abAb 6. Januar 2018 schließen sich die Gründungen an der Bahnstrecke in Richtung Passau an. Dort werde samstags, sonntags und montags gewerkelt. "Arbeiten können wir weitgehend unabhängig von den Wetterumständen, wenngleich Schnee, Regen und Kälte unseren Mitarbeitern viel abverlangen", beschreibt er die Situation auf den Baustellen im Winter. Um die Baustelle wie geplant fertigzustellen, teilen sich die Passauer Unternehmen Berger Bau und Pfaffinger die Arbeiten.
Bevor der Lärmschutz an den Bahngleisen im Stadtgebiet komplett steht, werden noch Jahre vergehen. Die DB Netz AG plant mit einer Bauzeit bis Ende 2020 und investiert insgesamt rund 9,2 Millionen Euro. Vier einzelne Schallschutzwände sollen den Plattlingern Ruhe schenken. Nur während der Bauphase müssten die Anwohner nochmals zusätzlichen Lärm ertragen, sagt Bahn-Sprecher Bernd Honerkamp. (PNP vom 28.11.2017)