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Knapp ein Jahr stand die Baustelle der Plattlinger Ortsumgehung still, seit Mai geht es nun aber zügig voran – Hochkomplexe Brückenkonstruktion

Es klingt zunächst etwas paradox, wenn Robert Wufka, Chef des staatlichen Bauamts Passau, sagt: "Diese Baustelle steht unter einem guten Stern." Und gegenüber der PZ noch hinzufügt: "Es läuft eigentlich alles perfekt." Eigentlich. Denn wie inzwischen beinahe jeder Plattlinger weiß: Die Fertigstellung der von so vielen herbeigesehnten Ortsumgehung verschiebt sich um rund ein Jahr auf 2021. Schuld sind die statischen Berechnungen eines Ingenieurbüros für die extrem komplexe Brückenkonstruktion über die Isar, denen das Bauamt 2017 nicht mehr traute und was zur Neuberechnung eines anderen Büros führte. Ein Jahr herrschte Stillstand auf der Riesenbaustelle. Seit Mai wird nun wieder unter Hochdruck gearbeitet – und da laufe es eben "absolut perfekt".

Wie wichtig das Thema Ortsumgehung Plattling nicht nur für die Stadt, sondern auch für die gesamte Region ist, zeigte sich gestern Mittag bei einer Baustellenbesichtigung, zu der das staatliche Bauamt zusammen mit Kultusminister Bernd Sibler und Josef Zellmeier, Staatssekretär im Bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, geladen hatte. Gekommen war nicht nur der halbe Plattlinger Stadtrat, sondern auch einige Bürgermeister aus umliegenden Gemeinden wie Moos, Aholming, Oberpöring und Wallerfing.

"Die Osttangente ist für die Stadt Plattling und die umliegenden Gemeinden essenziell", sagte Plattlings Minister Bernd Sibler, der das Megaprojekt vor seiner Haustüre eng begleitet. Die Auswärtigen stehen hier im Stau, die Stadt selbst hat die Belastung durch 18000 bis 20000 Fahrzeuge täglich zu ertragen. "Die Hälfte wird man durch die Ortsumgehung hinaus bekommen, das ist für Plattling ein großer Gewinn an Lebensqualität."

Und dem komme man, so versicherten Robert Wufka und Bau-oberrätin Susanne Hopfner gestern den zahlreichen Interessierten, nach dem "Ärgernis" um die Statikberechnungen nun mit großen Schritten näher. Trockenheit und vorallem das Ausbleiben eines Hochwassers sorgten in den vergangenen Monaten für ein ideales Baustellenwetter.

Und so schreitet der Neubau der 605 Meter langen Isarbrücke gut voran. Schön zu überblicken ist dies aus der Luft (Foto links oben): Zu sehen sind die beiden bereits aufgestellten Hilfsstützen. Diese ragen 41 Meter hoch in die Luft. Sie werden benötigt, um weitere Bestandteile der Brücke einheben zu können. Hinter dem Pylon rechts der Isar "ist das bereits betonierte Kämpferfundament" zu sehen. Für Laien: Dabei handelt es sich um eine Fußstütze des künftigen Stahlbogens der Isarbrücke, die nach dem Heiligen Nepomuk benannt wird. Auf der linken Uferseite folgen diese Betonarbeiten noch.

Ein "hochkomplexes Bauvorhaben" und "Meisterstück über die Isar" nannte Baustaatssekretär Josef Zellmeier aus Mallersdorf die Brücke. Dass diese so komplex geplant und gebaut werden muss, liegt an den schwierigen Rahmenbedingungen, wie Robert Wufka gestern noch einmal erklärte. So erfordert die schnell fließende Isar etwa eine Bauweise ohne Stützen im Flussbett und der Naturschutz in den Isarauen lässt nur ein sehr begrenztes Baufeld zu. So entsteht nun die deutschlandweit erste Stahlbogenbrücke im Freivorbau. Das bedeutet, die Brücke wird auf dem Vorland gebaut und dann von beiden Flussseiten Stück für Stück hineingeschoben. Eine Methode, die sonst nur bei großen Betonbrücken angewandt wird.

Gefreut hat die bei der Baustelllenbesichtigung anwesenden Stadträte die Ankündigung des staatlichen Bauamts, dass die Straße von der neuen Bahnunterführung am Kreisverkehr an der B8 bis zur Vorlandbrücke noch heuer asphaltiert wird. Damit wird der Anschluss zur Tierkörperbeseitigungsanlage vorzeitig geschaffen und die Lastwagenfahrer müssen ihre Gefährte nicht mehr durch die enge Unterführung, die in Richtung Friedhof führt, zwängen.

"Im Prinzip sind wir Ende des Jahres mit allem fertig, nur die Brücke läuft noch nach", erklärte Robert Wufka an der Baustelle. 2020 soll diese dann fertig sein , es folgen noch Restarbeiten, so dass 2021 der Kreisverkehr an der Götz-Keller-Kreuzung und damit das letzte Bauwerk der Ortsumgehung gebaut werden soll.

Die Baukosten für das gesamte Projekt belaufen sich dabei auf rund 45 Millionen Euro – allerdings vor dem Baustopp. Die Verzögerung kostet Geld. Wie viel Mehrkosten es letztendlich sein werden, dazu konnte Robert Wufka noch immer keine konkreten Angaben machen: Man befinde sich in sehr zähen und schwierigen Verhandlungen mit der ausführenden Arbeitsgemeinschaft. "Es gibt aber das Bestreben, das von beiden Seiten schnellstmöglich abzuschließen." Genau wie bei der Ortsumgehung selbst... (PNP vom 09.10.2018)