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Kindergartenerweiterung

Die Richtigstellung vorab:

 

Es waren, wie der Eindruck entstanden sein könnte NICHT alle Pielweichser Stadträte gegen den Neubau:

Mit 17:8 Stimmen hat sich der Stadtrat am Montagabend für einen Anbau an den Michaeli-Kindergarten und somit gegen einen von der SPD-Fraktion vorgeschlagenen Neubau eines Kindergartens in Pielweichs ausgesprochen. Allerdings entspricht es nicht der Tatsache, dass alle Pielweichser Stadträte gegen den Neubau in ihrem Stadtteil gestimmt hätten, wie im Bericht (mehr als nur zwei neue Gruppen vom Mittwoch) der Eindruck entstehen könnte.

Es handelte sich lediglich um die Mitglieder der CSU/JL-Fraktion, namentlich Franz Geisberger, Max Thoma, Manfred Krämer, Dr. Claudia Wanninger-Weiß und Michael Weiß, die gegen den Neubau stimmten. Auf diese Feststellung legt unter anderem FW-Stadtrat Werner Zellner wert. Auch er ist in Pielweichs beheimatet, hatte durchaus Argumente (u.a. kurze Wege, zukunftsträchtig, kindliches Wohl, pädagogische Sichtweise), die für den Neubau sprachen. Den Anbau am Kindergarten an der Landrat-Krug-Straße erachet er als sinnlos, da es dort keinerlei Platz mehr für eine künftige weiter Erweiterung (Kinderkrippe) gäbe.

Er stimmte daher gegen die Erweiterung des Michaeli-Kindergartens, ebenso wie seine Pielweichser "Nachbarn" Karl-Heinz Weiß (FW), Bärbel Vollkommer-Würfel und Mustafa Yilmaz (beide SPD). Vollkommer-Würfel monierte in der Sitzung zudem, dass die Stadträte zu wenig Information über einen möglichen Neubau erhalten hätten.

Die weiteren der insgesamt acht Gegenstimmen zur Erweiterung kamen von SPD-Fraktionsführer Georg Weiß und seinem Kollegen Herbert Petrilak-Weissfeld, sowie von FW-Fraktionsführer Karl-Heinz Astner und Reinhard Leuschner.

(PNP Astrid Hahne vom 23.03.2017)

 

Der eigentliche Artikel:

 

Anbau oder Neubau? Diese Frage hat der Stadtrat am Montagabend mit 17:8-Stimmen beantwortet: Das Gremium entschloss sich dafür, den Michaeli-Kindergarten der Landrat-Krug-Straße um zwei Gruppen- sowie um mehrere Funktionsräume zu erweitern. Die Idee, einen zweigruppigen Kindergarten im wachsenden Pielweichs zu errichten, verwarf der Stadtrat.

Wie die Verwaltung festgestellt hat, besteht in Plattling ein zusätzlicher Bedarf von rund 50 Betreuungsplätzen. Diesem muss die Kommune nachkommen – das ist ihre Pflicht. SPD-Stadtrat Mustafa Yilmaz reichte daraufhin den Antrag ein, in Pielweichs einen neuen Kindergarten zu bauen. Er ist der Meinung, dass sich eine kleinere Einrichtung gut auf das Kind auswirke. Zudem wächst Pielweichs, junge Familien siedeln sich dort an. Geschäftsleiter Josef Hofmeister und sein Team nahmen die städtischen Grundstücke unter die Lupe, um Möglichkeiten auszuloten. Außerdem befragten sie die Kindergartenleiterinnen, unter welchen Aspekten ein Ausbau möglich sei.

Während der BRK-Kindergarten im IsarPark sein Ansinnen im Februar zurückzog, weil ein Umbau zwar technisch möglich, aber pädagogisch unsinnig sei, blieben die Betreuungsstätten Michaeli und St. Raphael. Deren Leiterinnen, Ingrid Göstl und Elisabeth Hendorfer, hatten auf Nachfrage der Stadt ihre Stellungnahmen abgegeben.
Alltag erfordertneue Strukturen"Nur zwei Gruppenräume anzubauen, ist nicht möglich", sagt Göstl auf PZ-Nachfrage. Schon jetzt benötigten sie und die Erzieherinnen zusätzliche Funktionsräume, um veränderten Anforderungen gerecht zu werden. Der Kindergartenalltag vor 20 Jahren habe mit den heutigen Standards nicht mehr viel zu tun. Flexiblere Betreuungszeiten – teilweise verbringt ein Kind über sieben Stunden in der Einrichtung – erfordern angepasste räumliche Strukturen, sowohl für Mittagsschlaf als auch für das Essen.

Nachdem Kämmerer Harald Kappl 70 Prozent Fördergelder für Neubau und Anbau in Aussicht gestellt hatte, sollte ein angekündigtes Bundesprogramm tatsächlich kommen, bezogen die Stadträte Stellung. Kappl verdeutlichte, dass ein Anbau mit 70-prozentiger Förderung die finanziell günstigste Variante für die Stadt darstelle, wobei Bürgermeister Erich Schmid betonte, dass die Entscheidung zum Wohle der Kinder fallen solle. Als vagen Anhaltspunkt warf Hofmeister einen Betrag zwischen 1,3 und 1,5 Millionen Euro in den Raum.

Georg Weiß, SPD-Fraktionsvorsitzender, untermauerte Yilmaz’ Argumente für einen Neubau in Pielweichs. Er sieht diesen Ortsteil weiterhin wachsen. Er wolle keinen "Mega-Kindergarten" mit noch mehr Kindern. Hintergrund: In vier Vormittagsgruppen betreuen die Erzieherinnen im Michaeli-Kindergarten derzeit 112 Kinder, im St. Raphael-Kindergarten in vier Vormittags- und einer Nachmittagsgruppe 121 Kinder. Ein Anbau schaffe eine Kapazität von weiteren 50 Betreuungsplätzen. Die Ertüchtigung des Michaeli-Kindergartens stehe auf einem anderen Papier, sagte Weiß.

Karl-Heinz Astner, Chef der Freien Wähler, schlug sich auf Weiß’ Seite. Aus eigener Erfahrung wisse der ehemalige Gymnasiallehrer, dass eine größere Einrichtung schwieriger zu organisieren sei. Auch pädagogisch wirke sich dies aus.
Je größer, umso schlechter?Je größer, umso schlechter. Diese Annahme teilten mehrere Stadträte. Die PZ fragt Kindergartenleiterin Göstl: "Wenn es um die kurzzeitige Vertretung einer erkrankten Kollegin geht, ist diese leichter zu organisieren, wenn der Kindergarten größer ist, weil mehrere Mitarbeiter vorhanden sind." Wenn 50 Kinder mehr in einem Haus untergebracht sind, kann sich dies wohl auch auf die Lautstärke auswirken. Dies bestreitet Göstl nicht. Sie hofft auf eine "sinnvolle und befriedigende Lösung, dann ist der Anbau auch ein Gewinn".

CSU/JL-Sprecher Markus Schmid hinterfragte den tatsächlichen Bedarf in Pielweichs: Wer dort ein Haus baue, wolle dieses 30 bis 40 Jahre nutzen. Kinder im Alter zwischen drei und sechs Jahren seien nur zu einem Bruchteil dieser Zeitspanne vorhanden. Im Gegenteil zum Bereich entlang der Straubinger Straße: Wegen zahlreicher Mietwohnungen herrsche dort ein reger Wechsel, damit gebe es dort in den kommenden Jahren auch mehr zu betreuende Kinder. Dass der vorherige Stadtrat sich einst für den Anbau an den Michaeli-Kindergarten ausgesprochen und auch ein angrenzendes Grundstück dafür erworben hatte, führte Schmid ebenso als Argument für den Anbau an.
Pielweichser Stadträtestimmen gegen NeubauWas sagen die Pielweichser Stadträte dazu? Diese widersprechen dem Vorhaben, einen Kindergarten in ihrem Ortsteil zu bauen − "und nicht wegen Kindergeschrei", betonte Max Thoma (CSU). Stundenlange Diskussionen habe man in der Klausurtagung am Wochenende dazu geführt. "Wir Pielweichser haben uns die Entscheidung nicht einfach gemacht", betonte er. Doch Thoma ist der Meinung, dass keines der gezeigten Grundstücke den Anforderungen gerecht werde. Kollege Michael Weiß erklärte, für ihn als Vater sei es eine Kopf-gegen-Bauch-Entscheidung. Der Kopf ging als Sieger hervor, Weiß sprach sich – wie alle seine Parteikollegen – für den Anbau aus.

Dass die Parteizugehörigkeit im Plattlinger Stadtrat nicht den Ausschlag darüber gibt, dafür oder dagegen zu stimmen, bewies Reinhold Gems (SPD), Verwalter des Kindergartens St. Michael. Bei einem Anbau sei der Personalbedarf geringer als bei einem Neubau. Außerdem sprach er den hohen Migrationsanteil an. Die Pielweichser Kinder, welche derzeit den Michaeli-Kindergarten besuchen, halten den Anteil seiner Meinung nach im Gleichgewicht. Sollte die Stadt neu in Pielweichs bauen, befürchte er, dass der Migrationsanteil im Michaeli-Kindergarten steige.

Weiterhin brachte Herbert Petrilak-Weissfeld (SPD) die Ansichten eines kommunalen Verbandes aus Baden-Württemberg ein – Kindergärten mit mehr als vier Gruppen seien nicht zu empfehlen – und Reinhard Leuschner (Freie Wähler) meinte, dass sich die Verkehrssituation vor dem Michaeli-Kindergarten bei einem Anbau verschlechtere.

Mit dem Beschluss für den Anbau, wurde die Verwaltung beauftragt, die Fördervoraussetzungen bei der Regierung von Niederbayern abzustimmen. Einig waren sich alle, dass der Anbau die Situation in den anderen Kindergärten entlaste.

(PNP/Christoph Häusler 22.3.2017)