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Kindergartenerweiterung gegen den Willen der Freien Wähler

Die Erweiterung des Michaeli-Kindergartens hat in der Stadtratssitzung am Montagabend erneut eine intensiv geführte Diskussion ausgelöst. In der März-Sitzung hatte das Gremium nach einer 17:8-Abstimmung den Weg für einen sechsgruppigen Kindergarten mit Funktionsräumen bereitet. Während die CSU/JL-Fraktion geschlossen hinter dem gefassten Beschluss steht, kritisieren Freie Wähler- und SPD-Stadträte das Vorhaben.

Am Ende genehmigte der Stadtrat nach einer 16:8-Abstimmung (Reinhold Gems (SPD), der im März für die Erweiterung gestimmt hatte, war im Urlaub) den Vorentwurf, den Architekt Christian Illner vorstellte. Dass dessen Kostenschätzung eine Summe von über 2,3 Millionen Euro umfasst, rief Kritik hervor, da Geschäftsleiter Josef Hofmeister im März einen Betrag zwischen 1,3 und 1,5 Millionen Euro in den Raum gestellt, dabei aber nur die Kosten für die Gruppenräume, nicht für die Funktionsräume einbezogen hatte.
Ungewöhnlich viele Besucher im SaalUngewöhnlich viele Besucher, hauptsächlich aus Pielweichs, verfolgten Präsentation und Diskussion. Kindergartenleiterin Ingrid Göstl war ebenso im Saal, wurde aber nicht um ihre fachliche Einschätzung gebeten. Sie hatte bereits mehrmals mit städtischen Vertretern bei der Regierung von Niederbayern vorgesprochen und die Situation geschildert, um möglichst hohe Fördergelder zu erwirken.
"Zusätzliche Räume mit Sicherheit berechtigt"Bei einem Migrationsanteil von mehr als 60 Prozent seien zusätzliche Räume "mit Sicherheit berechtigt", sagte Bürgermeister Erich Schmid. Dies sehen ihm zufolge auch die Vertreter der Regierung so und bewerten den Michaeli-Kindergarten wohl nach einer Härtefall-Regelung. Mit dem Landratsamt als Genehmigungsbehörde seien die Pläne, die künftig eine Betreuung von bis zu 155 Kindern ermöglichen sollen, besprochen.

Planer Christian Illner, von der Bogener Architektengesellschaft Hornberger, Illner und Weny, kennt den Michaeli-Kindergarten in der Landrat-Krug-Straße. Vor 25 Jahren war er schon am Neubau beteiligt. Nun wolle er "den Bestand so wenig wie möglich angreifen". Nach den Baumaßnahmen, die nach Ostern oder Pfingsten 2018 beginnen könnten und wohl ein Jahr während des Kindergartenbetriebs in Anspruch nehmen werden, soll der Grundriss des Michaeli-Kindergartens einem Hufeisen ähneln.

An den jeweiligen Schenkeln werden je drei Gruppenräume angeordnet, inmitten des Gebäudes befindet sich der Garten. Das Grundstück an der B8, das die Stadt 2012 dazu gekauft hat, schließt sich an. Insgesamt sprach Illner von einer Außenfläche zwischen 2400 und 2500 Quadratmetern. Damit übertreffen die Pläne die gesetzlichen Vorgaben, nach denen nur eine Freifläche von rund 1500 Quadratmetern geschaffen werden müsste, wie Bürgermeister Schmid einwarf.
Wegen B8: Architekt empfiehlt LärmschutzUm die Aufenthaltsqualität im Garten, den Schmid mit dem Innenhof einer römischen Villa verglich, zu steigern, regte Architekt Illner an, einen Wall in Richtung Straubinger Straße aufzuschütten. Derzeit trennen nur eine Hecke und ein Zaun die in Holzhäuschen spielenden Kinder von den Lastwagen, die mit über 50 Stundenkilometern die Bundesstraße entlang fahren.

Zu den Funktionsräumen: Die Pläne sehen vor, den bestehenden, halbrunden Mehrzweckraum durch einen größeren, aber auch trennbaren Bewegungsraum zu ersetzen. Weiterhin bekommt der Michaeli-Kindergarten Räume für eine Bibliothek, für Kreativarbeiten, für Förderstunden und für das Mittagessen. Außerdem benötige der Kindergarten künftig einen eigenen Schlaf- sowie einen Wickelraum.
Göstl: "Anforderungen haben sich geändert""Die Anforderungen haben sich deutlich geändert", erläutert Leiterin Ingrid Göstl gegenüber der PZ. Längere und flexiblere Öffnungszeiten bringen andere Bedürfnisse mit sich. Nur eines von vielen Beispielen: Um die mitgebrachten Mahlzeiten der Kleinen, die relativ lange den Kindergarten besuchen, aufzuwärmen, laufen die Mikrowellen auf Hochtouren: Zehn bis 15 Mahlzeiten seien es derzeit täglich, mindestens zwei Minuten sind pro Teller zu rechnen. Damit kann sich jeder vorstellen, welchen Zeitaufwand diese zusätzliche Arbeit kostet. In der neuen so genannten Mensa, wenngleich das Wort wohl ein bisschen übertrieben ist, könnte ein Caterer die Zubereitung der Mahlzeiten übernehmen, erfuhr die PZ. Sollten die Öffnungszeiten noch weiter ausgebaut werden – diese Überlegungen gibt es, wie Josef Hofmeister bestätigt – würden diese zusätzlichen Räume noch wichtiger, um einen funktionierenden Betrieb gewährleisten zu können.

"Ich denke, dass wir damit auskommen werden." Mit diesem Satz beschloss Illner seine Kostenschätzung, die Abbruch, Anbau, Umbau, Außenanlagen, Einrichtung und Nebenkosten umfasst. Die Zahl 2329900 Euro präsentierte er den Stadträten, die in eine ausgiebige, teilweise auch emotionale Diskussion einstiegen (siehe Bericht unten).

Kindergartenleiterin Ingrid Göstl spricht insgesamt von einer "sinnvollen Lösung". Die nun geplante U-Form wirke entzerrend. Ohnehin nutzen die Kinder alle Bereiche des Gebäudes. Dass sich ein Kind nur in seinem zugewiesenen Gruppenraum aufhält, gehört nicht zur Realität des Kindergartenalltags. Ein langer Schlauch mit aneinander gereihten Gruppen, eine Idee, die während der Planungsphase auch aufgekommen war, wäre auf weniger Wohlgefallen gestoßen. Auch Eltern hätten sich über eine solche Alternative bereits negativ geäußert. Dass im Vergleich zur heutigen Situation die Freiflächen weniger werde, sei mit dem Anbau nicht zu verhindern, sagt Göstl.