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Integration: Verpflichtung und Chance. Vortragsabend der Freien Wähler – Nicht nur Zustimmung in der Diskussion

Für einen Vortrag über die Flüchtlingsproblematik mit dem Titel „Integration – Verpflichtung und Chance” hatten die Plattlinger Freien Wähler am Freitag den pensionierten Polizeihauptkommissar Peter Müller ins Hotel Zur Isar geholt. Müller ist Koordinator für kommunale Bildungsangebote für Neuzugewanderte am Landratsamt
Kulmbach. Weiter ist er Vorsitzender des Vereins „Bayreuth ohne Gewalt e. V.” und Organisator von Präventions- und Selbstverteidigungskursen. Das Credo Müllers war:
„Wir brauchen die Flüchtlinge, dagegen gibt es keine Alternative. Erstes Ziel muss bei diesen Menschen sein, ein Zugehörigkeitsgefühl für unsere Gesellschaft zu entwickeln.”
Bevor Müller zu den Zahlen kam, deckte er die Versammlungsteilnehmer mit zahlreichen Statistiken und Schaubildern über die Flüchtlingssituation und ihre Entwicklung ab 2014 ein, um die Dimension der riesigen Aufgabe aufzuzeigen. Er sagte
dazu: „Unsere Gesellschaft ist gefordert, denn Integration ist keine Aufgabe, die man sich aussuchen kann. Sie ist eine unabweisbare Verpflichtung, damit wir gemeinsam
und friedlich in einer Grundrechtsgemeinschaft in Deutschland zusammenleben können.” Seit 1953 habe es 5,5 Millionen Asylanträge in Deutschland gegeben. Weiter ging Müller auf das in Schieflage geratene Sicherheitsgefühl bei der Bevölkerung ein, ging kritisch mit der Verteilung der Flüchtlinge nach dem Königsteiner Schlüssel ins Gericht, weil darin viel sozialer Sprengstoff liegt und er benannte die Ablehnungsrate bei
den Asylanträgen mit 25 Prozent. Hinsichtlich des demographischen Faktors in der Bevölkerungsentwicklung sei es eine Denksportaufgabe dahin zu kommen, dass man
die Flüchtlinge brauche, um den jetzigen Lebensstandard aufrecht erhalten zu können, denn Fachkräftemangel sei ja das große Thema. Alleine in den Pflegeeinrichtungen
würden bis 2030 zusätzlich 375 000 Arbeitskräfte gebraucht, von denen keiner wisse, wo sie herkommen sollen, es sei denn von den Flüchtlingen, denn Deutschland sei für
diese ein lukratives Zuwandererland. Die Politik brauche dazu den Blick fürs Ganze und müsse nach bisher gemachten Erfahrungen darauf schnelle und flexible Antworten liefern. Integration sei eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die aber auch Zeit brauche weil diese kein Programm, sondern gelebtes Handeln vor Ort sei. Die  Länderfinanzminister rechneten mit jährlich 20 Milliarden Euro an Zusatzkosten durch die Flüchtlinge. Das Bundesfinanzministerium kalkuliere für die Jahre bis 2020 mit Mehrkosten in Höhe von 94 Milliarden Euro. Rosig hörte sich das von Müller vorgetragene Zahlenmaterial nicht an, auch nicht die Beschaffenheit der Flüchtlinge
bezüglich ihrer Bildungsstände und Bildungswilligkeit. Nach den bisherigen Erfahrungen gehe man bei diesen Menschen von 15 bis 20 Prozent Analphabeten aus, von sieben
Prozent ohne Schulabschluss und von 50 Prozent mit einem Grundoder Hauptschulabschluss. Bei 20 Prozent könne man mit höheren Abschlüssen rechnen. Vom Bildungswillen her gesehen gebe es von hoch bis gering alles, meinte Müller.
Nachdem Müller weiter dargestellt hatte, dass die Kosten für das „Fitmachen“ für den Arbeitsmarkt von der Bundesagentur für Arbeit bezahlt werden und dass es bei der
Einwanderung auch Unregelmäßigkeiten gegeben habe, wurde in der Runde diskutiert. Dabei stellte sich heraus, dass noch längst nicht jeder mit der von Müller dargestellten
Einwanderungspolitik einverstanden war. Tenor der Meinungen war:Rückführung der Menschen nach Ende der Kampfhandlungen in ihren Heimatländern zum Wiederaufbau.
Junge Leute in der Ausbildung sollten diese beenden dürfen, um auch dann am Wiederaufbau ihrer Länder teilnehmen zu können. (Harald Keller, Plattlinger Anzeiger vom 06.02.2017)