Seiteninterne Navigation

Freie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband Bayern

Navigation

 

Aktuelles

Seiteninhalt

Höhere Spielqualität auf kleinerer Fläche?

Plattling. "Wir haben versucht, sämtliche Anforderungen in dieser dann doch kompakten Fläche zu greifen", sagt Landschaftsarchitektin Ursula Jocham zu den Plänen, die sie am Montagabend dem Stadtrat präsentiert. Die 155 Kinder, für die mit dem Umbau des Michaeli-Kindergartens Platz geschaffen wird, sollen eine bis ins kleinste Detail durchdachte Spielfläche erhalten. Die absolute Zahl an nutzbaren Quadratmetern sinkt zwar von 3400 auf 2800, doch die Qualität steigt – auch dank einer Lärmschutzwand. Die Kostensumme für Spielgeräte, Bäume und mehr, welche die Verwaltung erst zu einem späteren Zeitpunkt aufgeschlüsselt bekannt geben möchte, ist mehrheitlich vom Stadtrat genehmigt worden.
Wegen des bereits begonnen Umbaus sind bisherige Spielbereiche dem Erdboden gleichgemacht worden. Dort soll bis September 2019 der zweite Gebäudeschenkel mit den benötigten Räumen entstehen. Den Baufortschritt begutachten die Kinder täglich aus sicherer Entfernung vom Fenster aus. Wenn die Buben und Mädchen schon wüssten, was Planerin Jocham mit Kindergartenleiterin Ingrid Göstl für die künftige Freifläche geplant haben, würden sie wohl am liebsten selbst beim Umbau mitanpacken.
Bodentrampolin soll Motorik der Kinder fördernDem Plan zufolge wird der Garten zweigeteilt: Im Innenhof ist eine ebene Fläche mit einer Spielwiese sowie einem Sand- und Matschspielbereich vorgesehen. "Hier können die Kinder eine Sandburg bauen oder mit Förmchen spielen", erklärt Jocham. Angrenzend gibt’s einen gepflasterten Bereich, ideal für Tret- und Rutschautos sowie Laufräder. Dazwischen ist im Plan ein hellblaues Viereck eingezeichnet: Es handelt sich um ein Trampolin. So viel Spaß ein solches bereitet, so gefährlich ist es auch. Deshalb erhält der Michaeli-Kindergarten kein übliches Gerät zum Aufstellen, sondern ein zwei auf drei Meter großes Bodentrampolin, auf dem mehrere Kinder gleichzeitig hüpfen und damit unbewusst ihre Motorik fördern können.
Besonders prägend sei die Geländegestaltung, erklärt die Landschaftsarchitektin. Denn im Anschluss an die genannten Bereiche folgen ein Wallhügel sowie eine Zufahrt, die einerseits für den Bauhof vorgesehen, andererseits bespielbar ist. Der Hügel misst am höchsten Punkt 2,50 Meter. Von dort aus können die Kinder eine Hangrutsche hinab in die zweite Sandfläche rutschen. "Während es im Innenhof wohl ruhiger gespielt wird, sind hier Räume geplant, in denen sich die Kinder frei bewegen können", sagt Jocham. Der Wall werde auf einer Seite abgeflacht, damit die Erzieherinnen trotz der Höhenunterschiede den Überblick über das Gelände behalten. Die Kindergartenkinder dürfen sich außerdem auf drei Schaukeln sowie auf ein Kombispielgerät mit Kletterelementen freuen. "Darauf sollen zehn, 15 Kinder gleichzeitig spielen können", betont Jocham, selbst Mutter von drei Kindern.
Für ihre Ausführungen erhält die Planerin durchgehend Lob. SPD-Fraktionsvorsitzender Georg Weiß macht dennoch darauf aufmerksam, dass den Kindern im Vergleich zum bisherigen Stand weniger Außenfläche zur Verfügung stehe. Waren es bis vor Kurzem beim Stand von 105 Kindern noch rund 32 Quadratmeter pro Kind, werden es nach der Fertigstellung (bei 155 Kindern) nur mehr 18 Quadratmeter pro Kind sein. Jocham betont, dass die Vorgaben von zehn Quadratmetern pro Kind eingehalten würden. Das Staatsministerium für Familie, Arbeit und Soziales teilt auf PZ-Nachfrage mit: "Für die Größe der Freifläche eines Kindergartens gibt es keine zwingende gesetzliche Vorgabe." Die benötigte Freifläche werde beim Betriebserlaubnisverfahren nach den Verhältnissen des Einzelfalls geprüft. "Als Kriterien gelten insbesondere die Größe der Einrichtung mit der Zahl der genehmigten Plätze, die betreuten Altersgruppen der Kinder, die konzeptionelle Ausrichtung und die örtliche Lage der Einrichtung."
Architektin Jocham hebt im Bezug auf die kleinere Fläche hervor, dass die Spielqualität wegen des angedachten Lärmschutzes bedeutend steige.
58 Meter langer und zwei Meter hoher Lärmschutz"Bisher konnten sich Erzieherinnen und Kinder nicht richtig miteinander unterhalten, wenn sie in diesem hinteren Bereich, in der Nähe zur B8, waren und ein Lastwagen am Garten vorbeifuhr." Eine 58 Meter lange und zwei Meter hohe Wand entlang der Bundesstraße, außen begrünbar mit Efeu und wildem Wein, soll für Lärmschutz sorgen. Mit einer errechneten Lautstärke von 60 Dezibel liege man hier unter den gesetzlichen Vorgaben.
Nach Verständnisfragen, zum Beispiel wie für ausreichend Schatten gesorgt werde, stimmt das Gremium mehrheitlich zu. Die SPD-Fraktion sowie Karl-Heinz Weiß (Freie Wähler) verweigern ihr Einvernehmen, weil sie nach wie vor mit dem Umbau nicht einverstanden sind. Gebaut wird nach der Fertigstellung des Gebäudeteils, wenn alles klappt, im Herbst 2019, wie Geschäftsleiter Josef Hofmeister bestätigt. (PNP vom 25.09.2018)