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Das letzte Kapitel einer unendlichen Geschichte?

Plattling. Einen Band hat Michael Ende von seinem Welterfolg "Die Unendliche Geschichte" bis jetzt geschrieben. Und damit der Autor nicht doch noch auf die Idee kommt, einen zweiten Teil in Plattling spielen zu lassen, will die Stadt diese eine Frage jetzt ein für alle mal lösen. Die Frage lautet: Wie lässt sich der Verkehr an der Ringkofener Kreuzung – seit vielen Jahren der Unfallschwerpunkt schlechthin in der Isarstadt – so regeln, dass es dort nicht mehr so häufig und gefährlich kracht?
An Lösungsansätzen hat es wahrlich nicht gemangeltAn Ideen und Lösungsansätzen hat es dafür in den vergangenen Jahren wahrlich nicht gemangelt. Manche wie Rillen im Straßenbelag und ein Stoppschild wurden umgesetzt, andere wie eine Sichtschutzwand aus Kostengründen wieder verworfen. Bei der Stadtratssitzung vor zwei Wochen teilte Bürgermeister Erich Schmid mit, dass die Stadt vor der Kreuzung auf der vorfahrtsberechtigten Ringkofener Straße ein 30er Schild aufstellen lasse. Eine Übergangslösung, wie Schmid explizit herausstellte.
Bringt diese Maßnahme etwas? Bremsen die vorwiegend einheimischen Autofahrer tatsächlich dort auf 30 km/h ab, wo sie vorher noch mit 70 Sachen fahren durften? "Dazu können wir noch keine Angaben machen", sagt Helmut Brandl von der Plattlinger Polizei. Stadtrat Karl-Heinz Astner, dem als Anwohner die Situation an der Kreuzung schon lange ein Dorn im Auge ist, sagt dagegen: "Ich meine schon, dass es eine Verbesserung gegeben hat. Der größte Teil der Verkehrsteilnehmer hält sich an die Geschwindigkeitsbegrenzung." Dennoch sind sich Brandl und Astner einig: "Das kann nicht die endgültige Lösung sein."
Doch wie soll die nun aussehen an einer Kreuzung, deren Problem nicht etwa ist, dass sie zu schwer einsehbar oder unübersichtlich wäre, sondern das genaue Gegenteil? Videoaufnahmen des Verkehrsexperten Dr. Uwe Frost an der Kreuzung hätten eindeutig gezeigt, so Polizeioberkommissar Helmut Brandl, wie die brenzligen Situationen entstehen. So sind die Unfallverursacher in der Regel die Querer, die trotz Stoppschild und Rillen im Straßenbelag, die die Gefahrensituation zusätzlich ankündigen, teilweise ohne abzubremsen über die Kreuzung heizen.
Die Stadt Plattling scheint nun jedenfalls gewillt, die erhoffte endgültige Lösung für die Ringkofener Kreuzung auf den Weg zu bringen. Dazu will man den Stadträten, die die Frage zeitnah entscheiden sollen bzw. müssen, möglichst alle Fakten und Prognosen der Experten als Entscheidungsgrundlage auf den Tisch legen, sagt der städtische Geschäftsführer Josef Hofmeister im Gespräch mit der PZ. So ist etwa bei einer Ampellösung, von vielen Stadträten präferiert, auch die Bahn als Faktor mit im Spiel, da im Kreuzungsbereich ein Bahngleis in Richtung Industriegebiet verläuft. Hier sei etwa zu berücksichtigen, dass die Bahn aus Sicherheitsgründen verlangt, dass die Ampel auf Rot geschaltet wird, wenn der Zug eigentlich noch relativ weit entfernt ist, was für die Verkehrsteilnehmer zu minutenlangen Wartezeiten führen kann. Die Frage ist, ob das tatsächlich praktikabel wäre. Die Stadt hat deshalb eine Stellungnahme der Bahn eingeholt, wie Hofmeister informiert.
Diese soll den Stadträten ebenfalls zur Entscheidungsgrundlage vorgelegt werden, wie das bereits erwähnte Verkehrsgutachten von Dr. Uwe Frost, das auch das bald entstehende Baugebiet am Frohnauer Weiher mit einbezieht, das ebenfalls verkehrstechnische Auswirkungen auf die Kreuzung haben soll. "Das Bauamt prüft das gerade alles", sagt Josef Hofmeister. "Es werden sämtliche Varianten beleuchtet und schließlich den Stadträten vorgestellt." Im Bauausschuss sollen die Möglichkeiten dann wohl zunächst vorberaten werden, bevor das Plenum darüber entscheidet. Wenn sämtliche Unterlagen zusammen getragen sind, dann könnte das bereits beim nächsten Ausschusstermin am 24. Juli der Fall sein, so Hofmeister weiter.
Eine Variante könnte dabei durchaus auch ein Geschwindigkeitstrichter mit verstärkten Tempokontrollen sein, wie Josef Hofmeister gegenüber der PZ andeutet. Helmut Brandl von der Plattlinger Polizei merkt dazu an, dass an keiner Stelle in ganz Plattling so viel und so oft die Geschwindigkeit per Laser kontrolliert wurde wie im Bereich der Ringkofener Kreuzung. Um nun die Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 Stundenkilometer zu prüfen, müssten rechtliche Richtlinien wie ein gewisser Abstand zu dem 30er-Schild oder ein korrekter Geschwindigkeitstrichter eingehalten werden. "Und das ist derzeit nicht gegeben", sagt Brandl. Allerdings seien das keine unüberwindbaren Hindernisse: "Man müsste das Ganze dann halt richtig durchgehen."
Bodenschwellen kommen nicht in FrageDass die scheinbar unendliche Geschichte Ringkofener Kreuzung die Plattlinger beschäftigt, zeigt auch die rege Diskussion, die sich auf Facebook zu dem PZ-Artikel zur Tempo-30-Verordnung entwickelt hat. Einige Leser schlagen dabei auch künstliche Bodenschwellen vor. Warum die als Lösungsmöglichkeit jedoch ausfallen, erörtert der Stadtrat und ehemalige Polizist Max Thoma in einem Post: "Bodenschwellen sind verboten. Die Dinger heißen jetzt fahrdynamische Hindernisse und müssen so ausgelegt sein, dass auch tiefer gelegte Pkw ohne Schaden darüber fahren können." (PNP vom 26.06.2018)