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Bürgerversammlung: Plattling, wie es wächst und gedeiht

Eine harmonische Bürgerversammlung hat Plattling am Freitagabend erlebt. Knapp 200 Bürger, darunter Wissenschaftsminister Bernd Sibler und große Teile des Stadtrats, waren in den Saal des Bischofshofs gekommen, um sich von Bürgermeister Erich Schmid über den Stand der Dinge informieren zu lassen und selbst Anliegen loszuwerden. Zu Meinungsverschiedenheiten oder gar Streit auf offener Bühne kam es dabei nicht. Den dreistündigen Abend gestaltete die Jugendblaskapelle musikalisch, in der Pause verloste das Kulturamt rund um Leiterin Kathrin Tost insgesamt 53 Preise – vom Bierfass über Freibadgutscheine bis zu Geschenkkörben, die örtliche Unternehmen und Institutionen zur Verfügung gestellt hatten.
Diese Zahlen sind beeindruckend: 12970 Einwohner hatte Plattling vor zehn Jahren, heute sind es mit 13920 fast 1000 mehr. Und das obwohl bayernweit in den vergangenen Jahren die Einwohnerzahl gesunken ist. "Das beweist, dass Plattling durch eine geschickte Ansiedlungs- und Baupolitik dafür gesorgt hat, dass wir in den letzten Jahren trotz wirtschaftlicher Krisen keine Einbußen hinnehmen mussten", sagte Bürgermeister Schmid. Die Geburtenzahlen seien in den vergangenen Jahren stabil gewesen, auch heuer erwarte man bis Jahresende etwa 110 Neugeborene. "Den Vergleich mit anderen umliegenden Städten brauchen wir nicht zu scheuen", so Schmid selbstbewusst.
Prognose: Mehr ältere Plattlinger im Jahr 2034Interessant ist auch ein Blick in die Zukunft, die Berechnungen des statistischen Landesamtes ermöglichen. Danach steigt die Zahl der Plattlinger bis ins Jahr 2034 voraussichtlich auf rund 14100 Personen. Da man die Prognosen bis jetzt immer übertroffen habe, rechnet Schmid insgeheim sogar mit 14 500 Bürgern im Jahr 2034. "Allerdings werden wir auch immer älter", unterstrich Schmid. Bis zum genannten Zeitpunkt werde es 4100 Plattlinger im Alter von über 65 Jahren geben – derzeit sind es "nur" 2600. Die jüngere Generation unter 65 Jahren reduziere sich dagegen von derzeit 11300 auf rund 10000 Einwohner.
Ebenfalls bemerkenswert: Plattling hat laut dem jüngsten Berichtsjahr der Bundesagentur für Arbeit 9212 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in der Stadt. "Das ist schon Spitzenqualität, die wir hier für die gesamte Region bieten", so Schmid.
Knapp elf Millionen Euro – so hoch sind die Rücklagen, die die Stadt ausweist. Hinzu kommen stille Reserven in Form von jederzeit veräußerbaren Baugrundstücken im Wert von über acht Millionen Euro. "Seit nunmehr fast 20 Jahren übertreffen die Rücklagen der Stadt die Schulden teilweise erheblich, seit 2013 sind wir völlig schuldenfrei", verkündete Bürgermeister Schmid zufrieden. Und das obwohl die Gewerbesteuer seit etlichen Jahren nicht mehr mit der Zahl der Arbeitsplätze in Plattling und der wirtschaftlichen Entwicklung der Betriebe Schritt halte und die Isarstadt bei der Einkommensteuerbeteiligung weit unter dem Landesdurchschnitt liege.
Plattling ist eine Stadt, die ihr Gesicht ständig verändert. Das gilt für das zu Ende gehende Jahr 2018 genaus wie für 2019. Sprich: Es wird in der Isarstadt in großem Umfang gebaut und saniert. Zu einem echten "Juwel", so Schmid, entwickele sich gerade der Nordpark. Also das Gelände auf der Nordseite der Bahnanlagen, das vor wenigen Jahren noch eher ein unbewohnbaren Mondlandschaft glich. So beliefen sich die Freimachungskosten allein für den Nordpark III, den Bildungspark mit Landkreisschulen und Forschungszentrum, auf rund zwei Millionen Euro. "Aber das hat sich gelohnt", wie Bürgermeister Schmid betonte.
Der Nordpark: ein neuer StadtteilEin kleiner neuer Stadtteil ist dort entstanden, den der Bürgermeister mit einem kleinen Film, einem Drohnenflug über das Gelände, vorstellte: Da wäre zunächst der Sportpark mit einem Allwetterspielplatz für verschiedene Ballspielarten und ein Skaterpark. "Ein tolles Angebot für unsere Jugend", sagte Schmid. Im Anschluss dann der Gewerbepark, wo sich die Firmen Yorma’s und T.Con angesiedelt haben. In der Entstehung ist noch der Bildungspark, bei dem das Doppelschulgebäude des Landkreises kurz vor der Vollendung steht und bereits Mitte Dezember eingeweiht werden kann. So schnell wird es mit dem Forschungszentrum für Moderne Mobilität der TH Deggendorf freilich nicht gehen, für das die historischen Backsteingebäude saniert werden – Kosten rund 6,5 Millionen Euro. Auch weiter nach Westen hat die Stadt noch Grundstücksareale erworben. "Die Entwicklung ist also noch nicht abgeschlossen."
In Bezug auf das Sportareal auf dem Nordparkgelände gab es eine Anfrage von Stefan Fisch, Realschullehrer und Ortsvorsitzender der Freien Wähler. Mit seinen Schülern habe er schon mehrmals festgestellt, dass zum Beispiel das Sonnensegel heruntergerissen oder der Wasserspender kaputt sei. Fisch fragte deshalb, ob man bei so viel Vandalismus eine Videoüberwachung einrichten könne, wie es in größeren Städten im Umfeld von Bahnhöfen üblich sei. Bürgermeister Schmid betonte, dass man das Problem sehr wohl kenne und sich nun auch darüber von der Polizei näher informieren lassen wolle. Damit so eine Videoüberwachung aber auch rechtlich genehmigt werden könne – Stichwort: Recht auf Privatsphäre –, brauche es in dem Bereich genügend Verstöße. Das lasse die Stadt nun prüfen.
Auch in der Innenstadt sei heuer mit der Neugestaltung des Jahnplatzes und der Mühlbachpromenade einiges passiert, betonte der Bürgermeister. In den Jahren 2019/20 folgt dann der nächste Baustein, wenn Preysing- sowie Luitpoldstraße ein neues Gesicht erhalten. Schmid lud nach der Anfrage eines Anwohners zu der Verkehrssicherheit für Schulkinder zu einer Informationsveranstaltung für alle Anlieger am Montag, 26. November, 19 Uhr, in die Grundschule ein. "Da können dann genau diese Fragen diskutiert werden", so Schmid.
Guter und bezahlbarer Wohnraum ist nicht nur in Deutschlands Großstädten ein wichtiges Thema. Die Stadt sei deshalb froh, so der Bürgermeister, in naher Zukunft neues Baugebiet zur Verfügung stellen zu können. So etwa in dem rund fünf Hektar großen Areal "Am Frohnauer Weiher", auf dem 59 Einfamilienhäuser sowie in einem Teilbereich Mehrfamilienhäuser realisiert werden. Im Frühjahr 2019 will die Stadt mit den Erschließungsarbeiten beginnen. Nach bestimmten, vom Stadtrat beschlossenen Vergaberichtlinien, werden die Bauparzellen dann von der Stadt zur Verfügung gestellt. Bevorzugt werden dabei zum Beispiel Familien mit Kindern, aber auch ehrenamtlich Tätige oder Bewerber, die ihren Wohnsitz schon mehrere Jahre in Plattling haben oder hier arbeiten.
Die Stadt hat außerdem in den vergangenen zwei Jahren im Bereich "Am Biberberg" Grundstücke in einer Größenordnung von rund 3,5 Hektar erworben. Hier sollen auf der einen Seite Wohnungen entstehen, aber sich auch "nicht störendes Gewerbe" ansiedeln. Zusätzlich baut ein Investor wohl ab dem nächsten Frühjahr etwa 52 Wohnungen auf dem Gelände des ehemaligen Hiergeist-Grunstücks – also in bester Innenstadtlage.

 

Teil II

Über zwei Stunden hat Bürgermeister Erich Schmid am vergangenen Freitagabend bei der Bürgerversammlung im Bischofshof über die aktuellen Entwicklungen in Plattling vor rund 200 Interessierten referiert. Aufgrund der Fülle an Themen hat die Plattlinger Zeitung die Berichterstattung auf zwei Tage aufgeteilt, heute geht es unter anderem um junge Familien, die Plattlinger Schulen und den Verkehr.
1,2 Millionen Euro gibt die Stadt für die Kinderbetreuung in den Kindertagesstätten – also Kindergärten, Krippe, Hort und Ganztagsschulen – pro Jahr aus. Die Einnahmen durch die Gebühren sind hiervon schon abgerechnet. "Das ist natürlich eine enorme Summe", sagte Bürgermeister Erich Schmid. Das Geld sei aber bei "unseren Kindern und Jugendlichen mehr als gut angelegt".
Schmid verteidigt Ausbau des Michaeli-Kindergartens364 Kindergartenplätze bietet Plattling derzeit an den Vormittagen an, 28 sind es am Nachmittag. Diese sind vorallem vormittags so gut wie alle belegt (357). In Zukunft – geplant ist der September 2019 – werden im Michaeli-Kindergarten nach dem Ausbau 155 Kinder betreut werden können. Gegenwärtig wird die Einrichtung von 110 Kindern mit Leben gefüllt. Besonders von Seiten der SPD, aber auch der Freien Wähler gab es in der Vergangenheit immer wieder scharfe Kritik an den Ausbauplänen – die Stadträte beider Parteien hatten stattdessen für einen Kindergartenneubau in Pielweichs plädiert. Erich Schmid verteidigte die Pläne in der Bürgerversammlung noch einmal mit der knappen Zeitschiene und einem nicht vorhandenen Grundstück in Pielweichs.
Viel Applaus im Saal gab es für die Lehrer und Schüler der Grund- und der Musikschule. Konkret für ihre Aufführung des Musicals vom kleinen Drachen Nibili im Rahmen der Nibelungenfestspiele. 450 kleine Sänger hatten im Sommer die Bühne des Magdalenenplatzes regelrecht geflutet und die 900 Zuschauer bei den Verantwortlichen des Ordnungsamts beinahe für Schnappatmung gesorgt, wie Bürgermeister Schmid andeutete. "Jedenfalls eine großartige Leistung unserer Schulen."
Bei der Grundschule wird derzeit noch die künftige Nutzung des ehemaligen Hausmeisterhauses untersucht, so Schmid weiter. Bei einer entsprechenden Nutzung etwa für schulische Funktionsräume könne die Stadt im Rahmen des Kommunalinvestitionsprogramms Schulinfrastruktur eine maximale Förderung in Höhe von 327000 Euro erhalten. "Da greifen wir natürlich zu, billiger können wir hier nicht bauen."
Größere Sanierungsarbeiten stehen derweil in der Mittelschule an. 40 Jahre hat das Schulhaus inzwischen auf dem Buckel, da sammeln sich einige Mängel an, sodass Bürgermeister Schmid bei der Ertüchtigung von Kosten in einer Größenordnung von vier bis sechs Millionen Euro ausgeht. "Aber natürlich bemühen wir uns um entsprechende Fördermittel."
"Dieses Engagement können wir gar nicht hoch genug einschätzen und würdigen", sagte der Bürgermeister zu den Plattlinger Feuerwehren. Stürmischer Applaus im Saal. Allein die Hauptwache musste in diesem Jahr schon 117 Einsätze bewältigen. "Die rücken also jeden zweiten Tag aus und das ehrenamtlich." Der Stadtrat sei deshalb immer bereit, so Schmid, die Feuerwehren bei der Ausrüstung oder wie in Pielweichs bei der Erweiterung des Feuerwehrhauses so gut wie möglich zu unterstützen.
Vor gut einem Jahr ist die Stadt dem Zweckverband für kommunale Verkehrsüberwachung Südostbayern beigetreten, um zunächst den fließenden und ab Mai auch den ruhenden Verkehr im Stadtgebiet zu kontrollieren. Eine überfällige Entscheidung, wie Schmid anhand einiger Zahlen deutlich machte. So wurden beispielsweise in einer viel befahrenen Straße seit Jahresbeginn bei 2179 gemessenen Fahrzeugen 521 Geschwindigkeitsüberschreitungen festgestellt. Und die waren zu einem großen Teil richtig saftig: 252 Autofahrer waren mit 16 bis 20 km/h zu viel unterwegs, drei sogar mit erschütternden 31 bis 40 km/h. "Es ist unglaublich, wie manche selbst durch Wohngebiete brettern", so Schmid. "Da mussten wir etwas unternehmen."
Genauso übrigens wie bei der Kreuzung an der Ringkofener Straße, die paradoxerweise ausgerechnet durch das weite Sichtfeld zum Gefahrenpunkt geworden ist. Besonders Einheimische, wie der Bürgermeister betonte, würden die Übersichtlichkeit der Kreuzung missbrauchen, um trotz Stoppzeichen mit hoher Geschwindigkeit drüberzubrettern und dadurch immer wieder schwere Unfälle zu provozieren. Ein positiver Effekt sei nun durch den Einbau von Fahrplanschwellen an den Haltelinien erreicht worden, so Schmid. Man behalte sich außerdem vor, durch die Errichtung eines Sichtschutzzaunes im Kreuzungsbereich den Autofahrern bewusst die Weitsicht zu nehmen.
Das Thema Feinstaub in deutschen Innenstädten wird auch aufgrund drohender Diesel-Fahrverbote derzeit aufgeregt diskutiert. Auch in Plattling könnte dies ein riesiges Thema sein – ja wenn denn gemessen werden würde, was in einer Stadt dieser Größe aber nicht getan wird. "Natürlich werden bei uns bei Staus diese Grenzwerte auch überschritten", ist Schmid überzeugt. Umso wichtiger sei die Ostumgehung, die 2021 fertiggestellt sein soll. "Dadurch werden wir gesünder leben können." So wie auch durch eine dritte Autobahnausfahrt, zu der die Planungen abgeschlossen sind und das Planfeststellungsverfahren von der Regierung von Niederbayern eingeleitet wurde. Bürgermeister Schmid verspricht sich von der zusätzlichen Ausfahrt zum Industriegebiet deutlich weniger Lastwagenverkehr in Pankofen und Plattling.
Schmid bedankt sich bei Polizei für GroßeinsatzZum Ende seiner Ausführungen ging Erich Schmid mit persönlichen Worten auf den Großeinsatz der Polizei vom 24. Oktober in der Flüchtlingsunterkunft im Industriegebiet ein. 400 Polizisten aus ganz Bayern waren dort nach einer am Vormittag aus dem Ruder gelaufenen Abschiebung eines Mannes aus Sierra Leone nachmittags im Einsatz, was von verschiedenen Seiten Kritik an der Verhältnismäßigkeit hervorgerufen hatte. "Ich persönlich bin sehr froh über den Einsatz und habe mich dafür bei der Polizei bedankt", so Schmid. "Es geht da auch um unsere Sicherheit." Schließlich seien bei bestimmten Bewohnern immerhin Messer gefunden worden. Und: "Wer Asyl beantragt, der schmeißt nicht mit Steinen nach Polizisten." (PNP vom 19 und 20.11.2018)