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Brunnen der Begegnung

Wenn Hubert Huber das Rathaus betritt, erhält Plattling ein neues Kunstwerk. Davon ist auszugehen. Doch diesmal legt der Vorsitzende des Berufsverbands Bildender Künstler Niederbayern nicht selbst Hand an. Er leitete den Kunstwettbewerb zur Neugestaltung des Jahnplatzes und verkündete in der Stadtratssitzung am Montag die Siegerin: Michaela Geissler (50) aus Geisenhausen. Eine ihrer Figuren schmückt Plattling bereits.

Sie griff die Vorgaben des Wettbewerbs auf und setzte sie nach einhelliger Meinung der Jury am besten um. Damit bekommt sie den Auftrag für einen Brunnen sowie zwei sich begegnenden Figuren, auch Stelen genannt. Bis Herbst und damit zeitgleich mit dem Jahnplatz soll das Kunstwerk fertiggestellt sein, betonte Bürgermeister Erich Schmid. Eingeplant sind dafür rund 62800 Euro, wie Geschäftsleiter Josef Hofmeister auf PZ-Nachfrage bestätigte. 50 oder gar 60 Prozent davon übernehme die Regierung von Niederbayern. Je nach Material könne der Preis des Kunstwerks noch schwanken.

Die beiden Figuren sollen zwei Meter hoch und aus Bronze gegossen werden, der Brunnen hat dem Entwurf nach einen Durchmesser von drei Metern sowie eine Höhe von rund 75 Zentimetern. Eine Scheibe sowie ein Quader aus Stein bilden den Brunnen. Nur welcher Stein dafür verwendet wird, steht noch nicht fest: Roter Granit aus dem Bayerischen Wald und auch Kalkstein aus den Alpen, um die Verbindung zu Scharnitz zu stärken, sind im Gespräch. Geissler betont gegenüber der PZ, dass der Stein winterfest sein müsse. Schließlich wäre es schade, wenn über Monate hinweg eine Folie das neue Kunstwerk verdecken würde. Diese Meinung teilt auch Bürgermeister Schmid.

Geissler schlägt mit ihrem Kunstwerk die Brücke ins Mittelalter: Die Figuren verkörpern Siegfried und Nibelungenkönigin Kriemhild ebenso wie die Sportler, die einst an diesem Ort ihrer Leidenschaft nachgingen. Der Jahnplatz soll ein Ort "des Zusammenkommens und Kraftschöpfens werden", sagt die Künstlerin. Bei einem vor einigen Jahren am Stadtplatz veranstalteten Symposium schuf sie bereits eine Nepomuk-Figur, die noch heute die Passauer Straße ziert.

Weiter überzeugte der Entwurf die Jury, in welcher die Bürgermeister, die drei Fraktionen, Konrad Kellermann als Vorsitzender des Regenbogen Kunst- und Kulturvereins, eine Anwohnerin sowie der Bezirksheimatpfleger vertreten waren, durch seine Funktionalität. Laut Geissler ist er sowohl meditativ als auch für Kinder bespielbar angelegt. Die Entwürfe anderer Künstler – auch Kirsten Plank hatte einen eingereicht – seien ebenso "wunderbar", wie Huber betonte, teilweise aber nicht für den öffentlichen Platz geeignet. Bestes Beispiel war eine Hollywood-Schaukel mit Platz für bis zu sechs Personen. "Im Freibad könnte ich mir die aber gut vorstellen", sagte der Bürgermeister und blickte auf Stadtwerke-Leiter Stefan Kopp.

Der Stadtrat zeigte sich mit der Entscheidung der Jury, die sich dafür drei Stunden Zeit genommen hatte, einverstanden und vergab einstimmig den Auftrag an Geissler. (PNP vom 05.04.2017)