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"Boom-Town" Plattling - Deggendorf schrumpft

Einem Bericht des Wochenblatts vom 25.08.2015 ist folgendes zu entnehmen:

 

Eine Studie zeigt die Schrumpf- und Boom-Kommunen im Landkreis.

An Selbstvertrauen mangelt es der Großen Kreisstadt Deggendorf nicht. Die Donaustädter begreifen sich gerne als den Nabel der Welt – oder zumindest als Boom-Town in Ostbayern. Das Gegenteil ist der Fall, wie aus einer Studie des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR) zu wachsenden und schrumpfenden Kommunen hervorgeht.

 

Die Städtelandschaft in Deutschland wandelt sich: Während die Bevölkerung in den Großstädten von 2008 bis 2013 um 2,8 Prozent gewachsen ist, ging die Bevölkerungszahl in Städten mittlerer Größe und Kleinstädten zurück. Besonders stark schrumpften Gemeinden in dünn besiedelten ländlichen Gebieten.

 

Auch im Verlagsgebiet des Wochenblattes, das beispielsweise von Passau, Burghausen und Traunstein im Süden Bayerns über Landshut, Straubing, Deggendorf, Regen und Kelheim bis nach Regensburg und Schwandorf reicht, hat sich die Umverteilung der wirtschaftlichen Kraft in den vergangenen Jahren abgezeichnet.

 

Die Wissenschaftler haben für die Analyse die Bevölkerungsdaten für alle Gemeinden in Deutschland sowie weitere sozioökonomische Kennzahlen ausgewertet, die über die Entwicklung der Kommunen Auskunft geben.
Arbeitsplätze am Land werden weniger

 

Vor allem die kleineren Gemeinden im ländlichen Raum sehen sich der Studie zufolge mit einer Negativspirale konfrontiert. So hat sich dort zwischen 2008 und 2013 die Zahl der Erwerbsfähigen weiter verringert. Dieser Trend wird verstärkt durch die Abwanderung von jungen Menschen in die Großstädte. Die Entwicklung verschärft den Fachkräftemangel, der bereits heute in vielen Regionen spürbar ist.

 

„Die Metropolen haben eine enorme Sogwirkung. Wissens- und wertschöpfungsintensive Branchen sind dort konzentriert und haben Vorteile im Wettbewerb um Fachkräfte. Die strukturschwachen Regionen laufen Gefahr, wirtschaftlich weiter zurückzufallen. Die Sicherung gleichwertiger Lebensbedingungen wird in diesen Regionen eine der Hauptaufgaben sein“, sagte BBSR-Direktor Harald Herrmann bei der Vorstellung der Studie. Schrumpfende Kommunen stehen nach Worten des BBSR-Direktors besonders unter Druck, ihre soziale und technische Infrastruktur an eine sich ändernde Nachfrage anzupassen.
Es gelte, vor allem die Klein- und Mittelstädte in dünn besiedelten Regionen in ihrer Versorgungsfunktion für die umliegenden Gemeinden zu stärken und dort wichtige Infrastruktur zu bündeln.

 

Boom-Gemeinden im Landkreis

Auch im Landkreis Deggendorf ist der Run auf die Metropolen spürbar. Jedoch gibt es hier sogar kleinere Kommunen, die sich positiv entwickeln. Auerbach und Moos etwa gehören zu den stark wachsenden Gemeinden. Auch die zweitgrößte Stadt im Landkreis, Plattling, ist stark wachsend.

 

Wachsend sind Hengersberg, Iggensbach, Künzing, Oberpöring, Osterhofen und Stephansposching.
Lalling und Metten gelten unter den Experten als stabil. Zu den schrumpfenden Gemeinden gehören Aholming, Bernried, Grafling, Niederalteich, Offenberg, Schöllnach – und die Große Kreisstadt Deggendorf.

 

Die Schrumpfung aufzuhalten dürfte laut den Experten schwer sein. Einer immer größer werdenden Gruppe von schrumpfenden Kommunen steht eine kleiner werdende Gruppe wachsender Städte gegenüber. „Um die Bevölkerungszahl langfristig konstant zu halten, müsste Deutschland jedes Jahr Wanderungsgewinne von circa 400 000 Personen erzielen. Bevölkerungswachstum wird ohne Zuwanderung über einen längeren Zeitraum nicht möglich sein“, so Herrmann.

Autor: Hannes Lehner und Christian Eckl