Seiteninterne Navigation

Freie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband Bayern

Navigation

 

Aktuelles

Seiteninhalt

Regierung erlaubt Stadtplatz-Umbau

Plattling. Die gute Nachricht gab Bürgermeister Erich Schmid gestern Abend im Stadtrat bekannt: Die Regierung von Niederbayern sagt nun endlich "Ja" zum Umbau des Stadtplatzes. Ludwig- und Preysingplatz können so barrierefrei und für Radfahrer und Fußgänger sicherer gemacht werden. Und wie Schmid der PZ erläuterte, hat die Unterschriftenaktion einiger Plattlinger dabei durchaus eine Rolle gespielt. Schmid: "Sie ist nicht unbeachtet geblieben."

"Da gehört unbedingt was gemacht", das dachte sich Jeanette Kronschnabl, als sie mit ihrem elektronischen Rollstuhl am Stadtplatz beinahe umgekippt wäre. "Alle Schrauben sind locker geworden", erzählt die heute 47-Jährige, die im Betreuten Wohnen am Jahnplatz lebt und in den Behindertenwerkstätten in Deggendorf arbeitet. Sie ist von Geburt an behindert, kann jedoch kurze Strecken zu Fuß laufen. Ihr wurde das Kopfsteinpflaster in Plattlings Innenstadt immer mehr zum Ärgernis. Nach nächtelangem Grübeln über eine Lösung, brachte sie ihre Nachbarin auf die Idee, Unterschriften zu sammeln.

"Der gepflasterte Stadtplatz ist nicht nur für die Rollstuhlfahrer und Menschen, die mit dem Rollator unterwegs sind, ein Problem. Es tun sich auch Mütter mit ihren Kinderwagen schwer", sagt Kornelia Klingbeil-Knodel, Behindertenbeauftragte der Stadt.

Das Problem sei auch, dass das noch unter ihrem Vorgänger Hans Fröschl geschaffene Laufband gern beparkt werde und man so immer wieder auf das Pflaster ausweichen müsse.

Das kennt auch Martha Hoffmann, ebenfalls Bewohnerin der Seniorenwohnstätte am Jahnplatz. Das Gehen am Stadtplatz sei für sie auch kein großer Genuss. Oft müsse sie ausweichen, weil der Gehweg direkt vor den Geschäften beparkt ist und jedes Mal muss sie aufpassen, dass sie nicht stolpert. "Die Autofahrer machen, was sie wollen", beschwert sie sich. Man solle doch gleich einen Drive-in für die Geschäfte bauen. So müssten sie gar nicht mehr zu Fuß laufen, findet Hoffmann.

Jeanette Kronschnabl ließ alle Arbeitskollegen und die Bewohner des Wohnheims unterschreiben, die auch ihrer Meinung waren. Nicht verstehen konnte sie die kritischen Stimmen: "Da wird doch eh nichts gemacht" oder "Das kostet zu viel Geld", sagten manche zu ihr. Aber unterkriegen ließ sie sich nicht.

"Die Unterschriftenaktion ist definitiv nicht unbeachtet gelieben", sagte Bürgermeister Erich Schmid, nachdem er am Donnerstag das "Ja" der Regierung Niederbayerns, Abteilung Städtebau, zum Umbau des Stadtplatzes erhalten hatte. Drei Jahre lang hatte er bereits versucht, die Genehmigung zu bekommen. Die Regierung von Niederbayern hat den letzten Stadtplatzumbau mit Mitteln der Städtebauförderung gefördert und deshalb auch ein Mitspracherecht, was in Plattlings Mitte passiert. Schmid schwebt jetzt vor, in der Innenstadt durch einen Umbau für Barrierefreiheit und für mehr gesicherte Räume für Radfahrer und Fußgänger zu sorgen, "wie in der Landauer Straße."

Von der Notwendigkeit überzeugte ihn auch eigenes Erleben. Als er mit einer Tante, die auf einen Rollstuhl angewiesen ist, über den Stadtplatz spazieren wollte, musste er nach 20 Metern aufgeben.

Zuletzt hatte Schmid mit den Senioren der Stadt das Thema auch im Pfarrheim St. Magdalena diskutiert. Da wusste er allerdings noch nicht, dass die Regierung zehn Tage später grünes Licht geben würde. − isi (PNP vom 8.7.2014)