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Antworten zum Planfeststellungsverfahren für die Stützkraftstufe Pielweichs

In der gut zweieinhalb Stunden dauernden Informationsveranstaltung zum ergänzenden Planfeststellungsverfahren zur Stützkraftstufe Pielweichs. stand der  stellvertretende Leiter des Wasserwirtschaftsamtes, Bernhard Eichner, Rede und Antwort.

Hier, die wichtigsten Fragen zusammengefasst:

Hat das Wasserwirtschaftsamt die Bedenken der Anlieger ernst genommen?

Seit Jahren habe das Wasserwirtschaftsamt Landshut immer wieder über den aktuellen Planungsstand informiert, in Versammlungen ebenso wie im Auwald, immer habe man die Änderungen mitgeteilt und Anregungen aus den Versammlungen aufgegriffen, überprüft und zum Teil (Pegel bei der Kleinweichser Brücke) auch eingebaut. Daher habe die Planung auch sechs Jahre gedauert. Hätte man die Bedenken nicht ernst genommen, wäre die Planung vielleicht zwei Jahre früher fertig gewesen. "Ich bitte alle, die das Gegenteil behaupten, dies zu unterlassen."

Warum beginnt der Abfanggraben nicht schon oberhalb von Schmid-Mühle?

Der Abfanggraben hat die Aufgabe, das im Auwald ansteigende Grundwasser aufzunehmen und abzuleiten, so dass es außerhalb des Auwaldes nicht zu steigenden Grundwasserpegeln kommt. Außerdem hätte sonst die Schmid-Mühle kein Wasser mehr.

Bei einem großen Hochwasser kommt es aber doch zu großflächigen Überschwemmungen außerhalb des Auwalds – oder?

Ja, aber dafür war bisher und ist auch künftig die Isar zuständig, die sich von der Stützkraftstufe weg zurückstaut, wie das auch 2013 der Fall war.

Das Ersatzfließgewässer muss auch bei Hochwasser durch die Brücke bei der Staustufe abfließen. Ist die Öffnung nicht zu klein?Nein, selbst beim 100-jährlichen Hochwasser bleibt ein Freibord von 1,50 Metern.

Warum wird der Pielweichser Rücklaufdeich bis ins Tertiär gespundet?

Weil die Überschwemmungen im Auwald sonst zu steigenden Grundwasserpegeln in Richtung Pielweichs führen würden.

Kommt es wegen der Spundung dann nicht außerhalb des Deiches zu höheren Grundwasserständen und zu einer Gefährdung von Pielweichs?

Nein, das Wasserwirtschaftsamt ist überzeugt, dass sich die Situation in Pielweichs gegenüber heute sogar verbessern wird.

Der Abfanggraben mit seinen drei Kubikmeter/Sekunde stetigem Abfluss wird doch ein Eldorado für Biber?

Nein, da er ein technisches Bauwerk ist, muss das Wasserwirtschaftsamt dafür Sorge tragen, dass er auch funktioniert.

Gibt es eine Flurbereinigung?

Ja, mit dem Planfeststellungsbescheid wird eine Unternehmensflurbereinigung eingeleitet, das geht gesetzlich nicht früher.

Warum fehlen die künftigen Brücken im Auwald und das geplante Wegenetz in den Unterlagen?

Weil sie sinnvoll erst einvernehmlich im Wege der Flurbereinigung festgelegt werden können.

Mit welchen Kosten rechnet das Wasserwirtschaftsamt?

20 bis 25 Millionen Euro stehen im Raum.

Kauft das Wasserwirtschaftsamt auch Auwald-Flächen auf?

Gerne!

Wer kann, muss oder sollte Einwände gegen die Planung erheben?

Rechtsanwalt Hartwig Schneider brachte es auf einen Nenner: Jeder, der sich betroffen fühlt, Angst hat, dass sich bei ihm etwas verschlechtern könnte. Natürlich sollte dabei auch eine Beweissicherung beantragt werden, damit sichergestellt ist, dass beispielsweise bisher der jeweilige Keller immer trocken war und ist. Bernhard Eichner hingegen zeigte sich überzeugt, dass die Planungen das oberste Ziel einhalten, niemanden außerhalb des Auwaldes durch das Ersatzfließgewässer zu beeinträchtigen oder zu schädigen: "Aber es Ihr gutes Recht, das nicht zu glauben" und daher Einwendungen zu formulieren.

Um Tipps, was der Bauernverband in seiner Stellungnahme auch noch mit aufnehmen könne, bat von der BBV-Hauptgeschäftsstelle Regensburg dann noch Hubert Hofmann.

(PNP vom 04.02.2015)

Der größte anzunehmende Hochwasserfall: Die lila eingefärbten Flächen zeigen, für welche Überflutung der Isar-Rückstau von der Stützkraftstufe her "zuständig" ist. Nur die blauen Flächen innerhalb des Auwaldes sind Überschwemmungen, für die das Ersatzfließgewässer zusätzlich sorgt. Nach Nordosten stellt die klare Abgrenzung der Pielweichser Rücklaufdeich dar, der zum Teil bis ins Tertiär gespundet wird. −Karte: Wasserwirtschaftsamt Landshut