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Von der Projektstudie zum Bildungspark

Eine "zerrissene" Sitzung hatte der Stadtrat am Montagabend: Nach der öffentlichen Sitzung hatten die Stadträte nichtöffentlich hinter verschlossenen Türen eineinhalb Stunden diskutiert, um dann wieder für wenige Minuten öffentlich zu werden. Einstimmig und ohne jegliche Diskussion oder Stellungnahmen der Fraktionen wurde dann beschlossen, einen Bebauungsplan Nordpark Teil III aufzustellen. Neben dem Freizeit- und dem Gewerbepark (Nordpark I und II) soll dieser dritte Teil nun ein Bildungspark werden. Herzstück sind die Fachschulen des Landkreises. Grundlage dafür ist eine Projektstudie, die im nichtöffentlichen Teil vom Landschaftsarchitekten Dr. Hans Michael Schober vorgestellt worden war.

Drei Hektar für schulische Nutzung Der Bebauungsplan Nordpark III umfasst etwa drei Hektar des ehemaligen Bahnbereichs zwischen Nordpark II, Werkstraße und der Kleingartenanlage, samt der beiden denkmalgeschützten Backsteingebäude (ehemaliges Bw). Die Stadt konnte kürzlich noch restliche Teilbereiche von der Bahn kaufen. Der Landkreis plant bereits für den Neubau der Berufsfachschule für Musik und der Akademie für Sozialpädagogik, mit deren Bau ab Mai begonnen werden soll.

Voraussetzung dafür ist ein Bebauungsplan, um eine, wie im Flächennutzungsplan vorgesehen, "Gemeinbedarfsfläche mit unter anderem schulischer Nutzung, Freiflächen und Pkw-Stellplatzbereichen" auszuweisen. Auch die parkartige Grünzone vom Nordpark I und II soll weitergeführt werden. Es ist kein Geheimnis, dass die Stadt Plattling – neben anderen Orten im Landkreis – sich um den neuen Gesundheitsstudiengang für die Erweiterung der Technischen Hochschule Deggendorf beworben hat. Dies könnte ebenfalls dort realisiert werden. "Wir könnten hier innerhalb des Oberzentrums der Hochschule etwas Gutes tun", sagte Bürgermeister Erich Schmid schon Anfang September gegenüber unserer Zeitung zur Bewerbung. Weitere Details gibt es von der Stadt aber zum derzeitigen Zeitpunkt dazu nicht.

Fest steht allerdings, dass das Planungsbüro Dr. Schober nun beauftragt wurde, einen Vorentwurf für den Bebauungsplan zu erstellen. Derzeit läuft die Entwidmung der Bereiche, das Gelände wird frei gemacht und es läuft der Bodenaustausch.

Relativ schnell abgehandelt war der Punkt zum vorhabenbezogenen Bebauungsplan Molkerei Goldsteig, den die Gemeinde Stephansposching im Interkommunalen Gewerbegebiet Michaelsbuch aufstellen lässt – in enger Abstimmung mit der Stadt Plattling. Mehrfach wurde in der Sitzung die gute Zusammenarbeit der beiden Kommunen betont. War vergangene Woche Bürgermeister Erich Schmid deshalb zu Gast in der Sitzung des Stephansposchinger Gemeinderats, so saß diesmal seine Bürgermeisterkollegin Jutta Staudinger neben ihm, als Stadtplanerin Ursula Jocham vortrug, was im Entwurf geändert und wie die Stellungnahme der Träger öffentlicher Belange abgewägt wurden. Bei den umweltschützenden Maßnahmen habe sich das Unternehmen Goldsteig stets sehr kooperativ gezeigt, erklärte Schmid. Man habe sich bemüht, "für die Bürger das Optimum herauszuholen", und vor allem Höhenrain und das ohnehin schon leidgeprüfte Michaelsbuch zu schützen, führte Staudinger zum Lärmschutz aus. Man sei "auf gutem Weg", ist Schmid überzeugt.

Wie die verschiedenen Abwässer der Molkerei entsorgt werden, erklärte Stadtwerkeleiter Stefan Kopp: Niederschlag muss am Gelände versickern, Sanitärabwasser geht in den städtischen Kanal, Produktionsabwasser wird in der Molkerei-eigenen biologischen Kläranlage gereinigt und geht von dort in die Plattlinger Kläranlage, das sogenannte Polisher Wasser aus der Milcheindickung ist zwar sehr sauber, sollte aber wegen seines CSB (chemischer Sauerstoffbedarf) in einer belebten Bodenzone versickern. Sollte das nicht möglich sein, dann könne es auch in die städtische Kläranlage eingeleitet werden. Der anfallende Schlamm kommt in eine Biogasanlage. Es werden dafür in der Kläranlage, die ohnehin ertüchtigt werden sollte, etwa 3500 Einwohnergleichwerte (EW) benötigt. Die Molkerei, so Kopp, die jährlich rund 256000 Kubikmeter einleiten werde, werde sich an der Verbesserung der Kläranlage beteiligen. Dies alles gilt für die Ausbaustufen I (Magermilchkonzentrat) und II (Butterei). Kommen die Stufen III und IV (Käserei) fällt dies (und damit auch diese Einnahmequelle für die Stadt) wieder weg, denn dafür muss die Molkerei Möglichkeiten prüfen, das gesamte Abwasser selbst zu reinigen und über einen Vorfluter oder den MD-Kanal in die Isar zu leiten. Dafür hat die Stadt dann aber wieder Kapazitäten frei, auch, weil dann die etwa 5000 bis 10000 EW der alten Molkerei in der Innenstadt entfallen.

"Es scheint gut zu sein", sagte Fraktionssprecher Georg Weiß zur Lösung, die zur Abwasserentworgung gefunden wurde, machte aber auch deutlich, dass die "konsequente Nachfrage der SPD" dazu geführt habe. Nun hofft er, dass die Molkerei damit leben könne und nicht auf die Stufen III und IV verzichte. Eine Lösung gefunden wurde auch für die benötigten Ausgleichsflächen, die aus dem Ökokonto der Stadt überlassen werden. Dies wurde in nichtöffentlicher Sitzung geklärt. Bei einer weiteren Entwicklung des Interkommunalen Gewerbegebietes sei dann die Gemeinde Stephansposching bei den Ausgleichsflächen gefordert, hieß es. (PNP vom 21.09.2016)