Seiteninterne Navigation

Freie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband BayernFreie Wähler Landesverband Bayern

Navigation

 

Aktuelles

Seiteninhalt

Mit Pielweichs wächst auch die Stadt

Das Pielweichser Baugebiet erfreut sich großer Beliebtheit. Derzeit plant die Stadt den dritten Bauabschnitt. −Fotos: Häusler

Pielweichs. Die Menschen werden älter, junge Familien siedeln sich an – auch ein Zuwachs von Ausländern ist zu verzeichnen. Diese drei Faktoren lassen Plattling stetig wachsen. Inzwischen zählt die Stadt 13908 Einwohner, vor zehn Jahren waren es noch 13081. "Eine geschickte Ansiedlungs- und Baupolitik" beeinflusse diese Entwicklung, sagte zweiter Bürgermeister Hans Schmalhofer in der Pielweichser Ortsteilversammlung am Donnerstagabend im Gasthaus Zum Dorfkrug. Neben diesem Aspekt beleuchtete er in Vertretung von Bürgermeister Erich Schmid die Projekte, die Plattling schon in Angriff genommen hat, oder die demnächst auf der Agenda des Stadtrats stehen.

Nur vereinzelt meldeten sich die Bürger – etwa 50 waren es ohne Amtsträger und städtische Mitarbeiter – nach dem knapp zweistündigen Vortrag zu Wort. Drei ausgefallene Straßenlaternen in der Bachstraße, der unästhetische Anblick des Rathauses und die enge Bahnunterführung in der Sanierung waren die Kritikpunkte, um die sich die Stadt kümmern solle. Das zeugt von Zufriedenheit.
Kindergartenausbau bald erforderlichZuvor erläuterte Schmalhofer, dass Arbeitsplätze in Plattling, neue Baugebiete, wie das Pielweichser Feld, und die Kinderbetreuung einen Zuzug von jungen Familien ermöglichen. Vor allem mit dem letzten Punkt werde sich die Stadt bald intensiver beschäftigen, da die Kindergartenplätze − 364 sind es dank Ausnahmegenehmigung – fast ausgebucht sind. Soweit sich die Entwicklung einschätzen lässt, ergibt sich laut Schmalhofer in den kommenden Jahren ein ungedeckter Bedarf von etwa 50 Plätzen. Deshalb werde die Stadt eine Kindergartenerweiterung anstreben.

Indes steigt die Geburtenrate. Seit Jahresbeginn sind 92 Neubürger auf die Welt gekommen, Hochrechnungen zufolge werden es bis zum Jahresende 122 sein. Das wären sechs mehr als im Vorjahr.

Das Pielweichser Baugebiet erfreue sich großer Beliebtheit, die Parzellen in den Bauabschnitten I und II sind verkauft. Derzeit plant die Stadt den dritten Bauabschnitt, der weitere neun städtische und fünf private Bauplätze verspricht. Über die Wintermonate soll die Ausschreibung für die Erschließung erfolgen. Finanzielle Zuschüsse pro Kind stellte Schmalhofer in Aussicht, auch wenn der Stadtratsbeschluss noch aussteht.

Wer in Plattling wohnt und arbeitet, will auch ein entsprechendes Freizeitangebot nutzen. Mit der Deichpromenade am Mühlbach will die Stadt Naherholung bieten. Der Damm werde abgesenkt und dadurch breiter, die sperrige Treppe am Ende der Wiserstraße soll verschwinden. Den ein Kilometer langen Abschnitt bestückt die Stadt mit Fitnessgeräten, für eine bessere Beleuchtung werde gesorgt. Die Kosten belaufen sich laut Schmalhofer auf rund eine Million Euro, wobei ein Teil durch Fördergelder finanziert werde.

Um den Besucheransturm an heißen Tagen schneller zu bewältigen, ist für das Freibad ein weiteres Zutrittskreuz geplant. Besucher mit Saison- oder Zehnerkarten müssen sich dann nicht mehr an der Kasse anstellen, erklärte Schmalhofer. An der Kasse werde außerdem ein Automat aufgestellt, um das Billett lösen zu können. 45000 Euro kostet die Maßnahme.

Neuigkeiten gibt es in Sachen Ersatzfließgewässer. Das umstrittene Vorhaben an der Isar erhitzt die Gemüter. "Ein solch gravierender Eingriff in die Natur bleibt nicht ohne Folgen", betonte Schmalhofer. Deshalb habe sich die Stadt mit den Gemeinden Oberpöring und Otzing zusammengeschlossen und Einwendungen gegen das Planfeststellungsverfahren erhoben: Die Kommunen lehnen ein ungeregeltes Gewässer ab. "Es muss bei Hochwasser absperrbar sein", mahnte der zweite Bürgermeister. Außerdem sei ein "bewusstes Heranführen planmäßig überschwemmter Bereiche an die Siedlungsgebiete nicht akzeptabel", ebenso wenig wie beabsichtigte Ausuferungen des Gewässers.
Mehr Mücken wegen Ersatzfließgewässer?Über 400 Bürger wandten sich an das Landratsamt mit ihren Bedenken, nun folgen die Erörterungstermine. Schmalhofer befürchtet durch die geplanten Maßnahmen eine noch schlimmere Stechmückenplage, gegen welche die Stadt ohnehin ankämpft. 5300 Euro gibt sie jährlich für die Bekämpfung aus.

Wiederum das Wasser, doch diesmal nicht die große Isar, sondern den Reißinger Bach und den Enchendorfer Graben, sprach Schmalhofer an, als er auf Pielweichser Belange einging. Heuer wurde der Graben gemäht, ebenso wie der Reißinger Bach, der auch entschlammt wurde. Insgesamt gibt die Stadt für den Unterhalt der Gewässer dritter Ordnung 30000 Euro aus. Die Brücke über den Enchendorfer Graben wurde erneuert und schlug mit 5000 Euro zu Buche.

Damit die digitalen Daten fließen können, bemüht sich die Stadt um schnelle Glasfaserleitungen. In der Alten Dorf-, Fichten-, Hirten-, Nelken- und Steinfeldstraße sowie im Baugebiet Pielweichser Feld I wurden sie bereits verlegt. 76000 Euro ließ sich die Stadt diese Maßnahme kosten.
Urnenwand, Wippen, FeuerwehrausrüstungWeil der Eichenprozessionsspinner eine Gefährdung für Menschen darstellen kann, mussten in diesem Jahr drei Eichen am Friedhofsparkplatz weichen. Als Ersatz wurden Winterlinden gepflanzt, wie Schmalhofer ausführte. In der Pielweichser Straße sollen vier Felsenbirnen gedeihen. Weitere Ausgaben fielen für eine bereits bestellte Urnenwand für den Pielweichser Friedhof (12000 Euro), für zwei Wippen und eine Doppelschaukel auf dem Spielplatz im Pielweichser Feld II (3000 Euro) sowie für Dienst- und Einsatzkleidung und zwei Gaswarngeräte der Feuerwehr (3000 Euro) an.

Gegenwärtig sei die Trockenlegung des Pielweichser FF-Gerätehauses vorgesehen, sagte Schmalhofer außerdem. Die Erweiterungspläne mit Kostenschätzung seien in der jüngsten Bauausschusssitzung beraten worden. Kosten in Höhe von 280000 Euro kommen auf die Stadt zu, um das Gebäude zu erweitern und Lager- und Sanitärräume zu schaffen. Eine Investition, die sich lohnt. Schließlich sind es die Feuerwehrler, die der Bevölkerung im Notfall zu Hilfe eilen. (PNP vom 5.11.2016)