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Anwohner des Mühlbachs wollen kein Schwarzer-Peter-Spiel, sondern fordern "gütige Regelung"

Der Mühlbach führt laut Anwohner Karl Janker 4,5 bis fünf Kubikmeter Wasser pro Sekunde. Das Bachbett sei nur für drei Kubikmeter ausgelegt. Immer wieder komme es zu Überschwemmungen der angrenzenden Grundstücke. −Fotos: Janker/Ziegler

Ein feuchtes und brisantes Thema hat Stadtrat Reinhard Leuschner (FW) in der Sitzung am Montagabend an die Öffentlichkeit gebracht: Er forderte die Stadt und die dafür Verantwortlichen in den Landkreisbehörden auf, mit Anliegern in der Tabertshausener Straße zu sprechen, die immer wieder mit der erhöhten Wasserführung des Mühlbaches zu kämpfen haben. Die Krux: Die Stadt Plattling verweist auf die Verantwortung der Wasserrechtsnutzer, die um 1850 an die Mühlenbesitzer übertragen wurde. "Die Stadt hat keinen Einfluss auf den Mühlbach. Wir sind nicht unterhaltspflichtig", sagte zweiter Bürgermeister Hans Schmalhofer am Montag zur Anfrage von Leuschner. Die PZ hat daraufhin mit Anwohner Karl Janker gesprochen.
Janker will "keinen Aufruhr"Der Pensionist und Hobby-Fotograf will "keinen Aufruhr" um die Lage am rechtsseitigen Mühlbach. Er hat alles dokumentiert und macht sich mit seinem Nachbarn Karl Ziegler Sorgen um die immer wieder "erhöhten Wassermengen" des Mühlbaches. Das Bachbett sei für eine Wassermenge von drei Kubikmetern in der Sekunde ausgelegt, "in den vergangenen sechs Jahren beträgt es tatsächlich oft 4,5 bis fünf Kubikmeter".

Im "amtlichen Lageplan" sei der Mühlbach mit einer Breite von sieben bis maximal acht Metern ausgewiesen. Für die Verbreiterung und Ausuferung seien ein bis zirka fünf Meter zugrunde gelegt worden. "Jetzt ist der Mühlbach bis zu zwölf und 13 Meter breit", mahnt Janker. Weitere Gefahren sind seiner Meinung nach: Das Ufermaterial – insbesondere Kies und Sand – werde abgeschwemmt und im Sohlenbereich des Mühlbaches abgelagert, "also steigt die Bachsohle". Die Unterspülung des Ufers bringe mit sich, dass "Bäume im Wasser stehen, in und über den Bach fallen". Janker spricht von einem Flächenverlust in einer Größe von "zirka 800 Quadratmetern".
Bäume und Stöcke werden unterspültDer ehemalige Beamte zeigt mehrere Bilder: Sie wurden Anfang November aufgenommen, als bei Nachbar Ziegler "eine Fläche von zirka 1000 bis 1500 Quadratmetern überflutet war", beschreibt Janker die Aufnahmen. Die Folgen: Bäume und Baumstöcke würden unterspült und würden ins Wasser stürzen beziehungsweise von diesem umspült.

Bei einem Pegel von bis zu 90 Zentimetern befürchtet Janker Wasser im Keller.

Bei einem Pegel von bis zu 90 Zentimetern befürchtet Janker Wasser im Keller.

In der Regel habe der Mühlbach einen Pegel von 40 Zentimetern. Wenn an der Wasserführung am Schleusenwerk an der Isar "gedreht" werde, "sind es 90 Zentimeter", sagt Janker. Er sorgt sich, dass bei weiterem Anstieg des Grundwassers beziehungsweise des Pegels des Mühlbaches die Gefahr bestehe, "dass im Keller meines Wohnhauses das Wasser steht". Warum? "Weil die Grundwasser-Entnahmepumpe für meine Wärmepumpe wegen des gestiegenen Grundwasserstandes bereits jetzt im Reparaturfall meist nicht mehr zugänglich ist."
"Ackerfläche vernässt zunehmend"Seit fast 50 Jahren ist Janker an der Tabertshausener Straße daheim: "Meine Ackerfläche vernässt zunehmend und das Grundstück von Nachbar Ziegler ist oft Oberkante Mühlbach. Beim Mühlbach erfolgte wohl seit 50 Jahren keine Unterhaltung beziehungsweise Instandhaltung mehr", sagt der Bürger mit sorgenvoller Miene. Beide Anlieger fordern die Räumung des Mühlbaches, die Befestigung und Wiederherstellung des Bachbettes und die Einhaltung der Wassermenge.
Janker und Ziegler verweisen auf das Bayerische Wassergesetz, das am 30. Dezember 2015 in Kraft getreten ist. Sie sind der Meinung, dass es sich beim Mühlbach nach Artikel 2 (Einteilung der oberirdischen Gewässer) um ein "Gewässer dritter Ordnung" handle, dann läge nach Artikel 22 die "Unterhaltungslast" bei der "Gemeinde als eigene Aufgabe". In Artikel 58 sind die "Zuständigkeit und Befugnisse" geregelt. Dort heißt es im Absatz 1: "Die Gewässeraufsicht obliegt den Kreisverwaltungsbehörden."

Die betroffenen Familien hoffen auf eine "gütige Regelung" und kein "Hin- und Herschieben des Schwarzen Peters". Sie möchten, dass ihr Eigentum vor den Wassermengen des Mühlbaches geschützt wird. (PNP vom 25.11.2016)