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Alte Räucherpraktiken neu entdeckt - Kräuterpädagogin Josefine Moser-Würfl informierte bei den Freien Wählern

Zu einem interessanten Vortrag über alte Räucherpraktiken hatten die Freien Wähler Plattling unter der Leitung von Heidi Koschollek für Samstagabend in das BRK-Heim an der Luitpoldstraße eingeladen. Um die alte Kunst des Räucherns wieder ins gegenwärtige Bewusstsein zu bringen, hatte Koschollek Josefine Moser Würfl aus Buch bei Hengersberg eingeladen, die sich als eine hervorragende Expertin mit profunden Kenntnissen auf diesem Gebiet erwies. „Räuchern ist ein uraltes Kulturgut, das nicht in Vergessenheit geraten darf“, hatte Koschollek bei der Begrüßung der zahlreich erschienen Gäste gesagt und damit gleich der Referentin das Stichwort für ihren Vortrag geliefert, den Josefine Moser-Würfl begann mit einem geschichtlichen Rückblick des Räucherns, der über Jahrtausende hinweg vom Nahen und Mittleren Osten bis in die keltischen Gebiete des Westens ein fast heiliger Akt der Menschheit war und bis vor wenigen Jahrzehnten auch in unseren Gegenden noch praktiziert wurde. „Um das zu hören, bin auch ich gekommen“, meinte Landwirt Hans Ebner, dem der Brauch der Stallausräucherungen noch geläufig war. Ebner wurde nicht enttäuscht, denn im Verlaufe des Vortrags kamen auch die hiesigen Räuchersitten zur Sprache. Nachdem die Referentin auch den zuerst heidnisch-religiösen Hintergrund des Räucherns als eine Art Opfergabe an die Dämonen dargestellt hatte, die man sich durch das Verschmoren von wohlriechenden Kräutern auch wohlgesonnen machen wollte, kam sie zum praktischen Teil des Räucherns als gesundheitsfördernde Maßnahme. Als ein frühes, herausragendes Beispiel, wie sich Menschen durch Räuchern vor Krankheit und Tod schützen wollten, nannte Moser-Würfl die Zeit der Pestepidemien in den wörtlich zu nehmenden zum Himmel stinkenden und verseuchten Städten des späten Mittelalters ohne Kanalisation und sanitäre Einrichtungen. Da habe man große Feuer aus Wacholderbüschen abgebrannt, weil der Rauch der Büsche die Luft von den Pestbazillen reinigen sollte. „Denn“, so die Kräuterpädagogin, „Räuchern ist eine reinigende Energie, die nicht nur gute Luft schaffen kann, sondern psychologisch gesehen auch eine gereinigte Atmosphäre.“ Dabei spiele auch der Duft eine große Rolle, der bis hin ins Liebesleben reiche, weil in früheren Zeiten Räucherdüfte als Lockmittel und zum Erwecken, der Liebe eingesetzt worden sei, wußte Moser-Würfl zu berichten, die dann selber mit der Zubereitung von Räucherwerk begann. Dabei werden die einzelnen Zutaten zerkleinert und gemischt, um sie dann mittels glühender Räucherkohle auf einem Eisenteller verschmoren zu lassen. Wie das gemacht wurde, konnte jeder am Tisch der Räucherspezialistin sehen und später durch Rundreichen auch riechen. Was man alles zum Räuchern verwenden kann, sind Harze wie Weihrauch, Myrrhe, Mastix oder Benzoe. Bei den Hölzern sind es Sandelholz, Wacholder, Zimt und Zeder. „Bei den Wurzeln“, so erklärte die Fachfrau für gesunde Wohlgerüche, „sind es Alant und Angelika und bei den Kräutern, Blüten und Früchten sind es Beifuß, Salbei, Nelken, Rosen, Lavendel, Rosmarin und Thymian.“ Nachdem Moser-Würfl die medizinische Wirkung des gesamten Räuchergutes geschildert hatte, sagte sie zum Abschluss: „Alles Vorgenannte kann auch beliebig untereinander vermischt werden, denn dadurch entstehen immer neue Duftkreationen.” (Plattlinger Anzeiger vom 31.10.2016)